Ölpreise: Der Markt für Öl rutscht erneut ab

Ölpreise
Der Markt für Öl rutscht erneut ab

Die Spekulationen auf Kürzungen bei der Ölförderungen verpuffen. Der zuletzt erholte Ölpreis der Sorte Brent fällt erneut unter 35 Dollar. Die Krisenwährung Gold hingegen profitiert mit einem Aufwärtstrend.

Frankfurt am MainAngesichts schwacher Daten aus China haben die Ölpreise am Montag ihre Talfahrt vom Jahresanfang wieder aufgenommen. Zudem belastete, dass die jüngsten Spekulationen auf Förderkürzungen zurückgingen. Nordseeöl der Sorte Brent verbilligte sich zeitweise um 4,4 Prozent auf 34,42 Dollar je Fass (159 Liter). US-Leichtöl WTI verlor 5,2 Prozent auf 31,87 Dollar. Beide Sorten hatten im Januar mit Preisen unter 30 Dollar Zwölf-Jahres-Tiefstände erreicht. „Die schwachen Daten aus der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft haben daran erinnert, dass Öl nicht nur wegen des Überangebots, sondern auch von der Nachfrage-Seite her unter Druck steht“, sagte ein Händler. Im Gegenzug zog der Goldpreis an.

Die Ölpreise büßten damit einen Teil ihrer Gewinne der letzten Woche ein. Auslöser der Verkäufe war zum einen der offizielle chinesische Einkaufsmanagerindex für die Industrie, der im Januar überraschend stark sank. Zum anderen zeichnete sich am Wochenende ab, dass die in der vergangenen Woche von Russland zur Sprache gebrachte Zusammenarbeit des Landes mit der Opec zur Förderkürzung eher unwahrscheinlich ist.

„Wir rechnen nicht mit einer solchen Kürzung, es sei denn, die Weltwirtschaft würde sich massiv vom aktuellen Niveau abschwächen“, erklärten die Analysten von Goldman Sachs. Das sei aber nicht zu erwarten. Am Wochenende ließ Saudi-Arabien durchblicken, dass das Königreich – anders als von russischer Seite zuvor kolportiert – keine Förderkürzungen vorgeschlagen hat. Wegen des weltweiten Überangebots ist der Ölpreis seit Mitte 2014 um rund 70 Prozent gefallen.

Zeitweise geriet auch der Preis für das Industriemetall Kupfer stark unter Druck. Eine Tonne verbilligte sich um bis zu 1,4 Prozent auf 4496,50 Dollar. Kein Land braucht derzeit so viel Kupfer wie China. Das Metall wird vor allem im Bau benötigt. Die Abkühlung der chinesischen Wirtschaft könnte sich zwar in einer geringeren Nachfrage nach Rohstoffen im Allgemeinen und Metallen im Speziellen niederschlagen, erklärten die Analysten der Commerzbank. „Infrastrukturmaßnahmen der chinesischen Regierung wie zum Beispiel der Bau von Eisenbahnlinien sollten aber verhindern, dass die Nachfrage stärker zurückgeht.“ Am Nachmittag lag der Kupferpreis noch 0,4 Prozent niedriger.

Im Gegenzug zu den fallenden Preisen für Kupfer und Öl zog der Goldpreis um ein Prozent auf 1128,70 Dollar je Feinunze an. Damit kostete das gerne als Krisenwährung benutzte Edelmetall so viel wie seit Anfang November nicht mehr.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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