Ölpreise
Leichte Erholung nach kräftigem Preisrutsch

Nach kräftigen Verlusten vom Vortag können die Ölpreise sich am Dienstag leicht erholen. Die Nordseesorte Brent liegt jedoch nach wie vor unter der 50-Dollar-Marke – so wenig hatte ein Fass zuletzt im Januar gekostet.
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Singapur/FrankfurtDie Ölpreise haben sich am Dienstag leicht von ihren deutlichen Preiseinbußen vom Vortag erholt. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im September 49,68 US-Dollar. Das waren 16 Cent mehr als am Montag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 29 Cent auf 45,46 Dollar. Brent-Öl notiert damit weiter bei einem Sechs-Monats-Tief, WTI hatte zuletzt im März weniger gekostet.

Die Furcht vor einer schwächelnden Nachfrage hatte den Preis für die Nordseesorte Brent am Montag erstmals seit Januar wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 50 Dollar je Fass gedrückt. Die Ölpreise hatten somit ihren jüngsten Sinkflug beschleunigt und um etwa vier Prozent nachgegeben. Fachleute nannten mehrere Gründe, darunter das hohe Angebot aus Staaten des Ölkartells Opec.

Deren Produktion liegt sowohl deutlich über der Nachfrage nach Opec-Rohöl als auch über der zwischen den Kartellmitgliedern vereinbarten Fördermenge. Auf der Ölnachfrage lastet außerdem die konjunkturelle Schwäche Chinas sowie zahlreicher großer Schwellenländer. Hinzu kommt der im längeren Vergleich starke US-Dollar, der Erdöl für Abnehmer etwa aus Europa verteuert.

Seit geraumer Zeit lastet auf dem Markt auf der einen Seite das wachsende Überangebot, befeuert durch den Schieferölboom in den USA. Obwohl sich die Preise gegenüber dem Sommer 2014 inzwischen mehr als halbiert haben, wird in den USA weiter nach Öl gebohrt. Derzeit schätzen Branchenexperten den Überschuss bei drei Millionen Fässern täglich.

Auf der anderen Seite steht das Verhalten der Opec-Länder. Das Kartell mit dem weltgrößten Ölexporteur Saudi-Arabien an der Spitze will – anders als in früheren Jahren – keineswegs die Ölförderung kürzen, um so dem Preis auf die Sprünge zu helfen. Zu groß sei die Furcht vor dem Verlust von Marktanteilen, erklären Experten diese Politik.

Dazu kommt, dass Länder, die viele Jahre kaum Öl ausführen konnten, nun wieder mitspielen. Neben Libyen, dessen Ölförderung durch den Bürgerkrieg blockiert worden war, ist das der Iran. Nach Einigung mit dem Westen über das Atomprogramm steht die Regierung in Teheran für die Ölausfuhr in den Startlöchern.

Schließlich ist neben dem hohen Angebot die eher schleppende Nachfrage ein weiterer Grund für den Preisverfall. Denn die Konjunktur in Europa stagniert bestenfalls, die in China verliert zusehends an Schwung und der Aufschwung in den USA ist etwas holprig. Öl – der Schmierstoff für die Konjunktur – wird da weniger benötigt als von vielen gedacht.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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