Opec beschließt erste Förderkürzung seit 2008

Ölpreise
Opec beschließt erste Förderkürzung seit 2008

Das Öl-Kartell Opec hat sich bei seinem Treffen in Wien überraschend auf eine Förderkürzung geeinigt. Entscheidend dafür war vor allem, dass Indonesien seine Mitgliedschaft aussetzt. Der Ölpreis steigt über 50 Dollar.
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WienDie Opec kürzt erstmals seit dem Jahr 2008 wieder ihre Ölproduktion. Die Organisation beschloss am Mittwoch in Wien, eine im Grundsatz bereits getroffene Einigung über geringere Fördermengen nun konkret umzusetzen. Damit könnten auch höhere Preise für Benzin und Heizöl kommen – das Ausmaß ist aber noch nicht klar.

Das Ölkartell will in den kommenden sechs Monaten 1,2 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag weniger produzieren. Das neue Limit soll bei 32,5 Millionen Barrel täglich liegen. „Wir haben heute einen großen Erfolg beschlossen“, sagte der Ölminister aus Katar, Mohammed Bin Saleh Al-Sada.

Die Umsetzung des Deals soll am 1. Januar 2017 beginnen. Als wesentliche Maßnahme zur Erreichung des Ziels setzte Indonesien, das rund 700.000 Barrel Öl am Tag fördert, seine Mitgliedschaft aus. Das Land war nach einer sieben Jahre langen Pause erst Anfang 2016 wieder zu dem Kartell gestoßen.

Noch vor der offiziellen Verkündung waren die Ölpreise stark angestiegen. Ob der Effekt der Maßnahme mittelfristig anhält, ist jedoch noch nicht entschieden. Ein positives Signal sei, dass auch andere wichtige Förderländer unter den Nicht-Opec-Staaten mitziehen werden. Russland habe bereits zugesichert, 300.000 Barrel am Tag weniger zu fördern.

Im September hatte die Opec in Algerien schon eine prinzipielle Förderkürzung beschlossen. Das tägliche Produktionsvolumen sollte auf 32,5 bis 33 Millionen Barrel nach zuletzt geschätzten 33,6 Millionen Barrel gesenkt werden. Doch besonders der Iran hatte sich gegen eine Drosselung gestellt. Das Land wollte nach dem Ende der Wirtschaftssanktionen sogar mehr Öl fördern.

Durch ein Überangebot am Markt haben sich die Preise seit 2014 fast halbiert. Vor der Einigung war ein Fass um rund 47 US-Dollar zu haben. Der Anstieg betrug am Mittwoch bereits zeitweise fast neun Prozent.

Bis kurz vor der Sitzung schien eine Einigung auf wackligen Füßen zu stehen. Mehrere vorbereitende Treffen waren ohne Durchbruch verlaufen. Dennoch stand die Opec unter hohem Erwartungsdruck.

Das Kartell, das als zerstritten gilt, hatte den Verfall der Ölpreise bisher ohne Gegenmaßnahmen hingenommen. Im Hintergrund spielten auch geostrategische Überlegungen der verfeindeten Regionalmächte Iran und Saudi-Arabien eine Rolle. Beide Staaten sind auf unterschiedlichen Seiten im Syrien-Krieg engagiert.

Martin Dowideit, Ressortleiter Unternehmen & Märkte bei Handelsblatt Online.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Deskchef Finanzzeitung
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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Ölpreise: Opec beschließt erste Förderkürzung seit 2008"

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  • Kommentieren, bis der Irrenarzt kommt. Der Irrsinn in diesem Lande hat ganz eindeutig jetzt auch die Kommentatoren hier erreicht. Ich schaue hier immer mal wieder nach ca. 1 Woche MSM-Abstinez vorbei, um nachzuschauen, ob immer noch mit mindestens einem dieser drei Themen täglich versucht wird, die Leser zu verscheißern:
    - Trump-Bashing
    - Russland-Bashing
    - "gute" syrische Rebellen
    Jetzt finde ich dieselben zwei durchgeknallten Kommentare hier wie vor einigen Tagen. Psychiatrisch sind die Typen hier ja hochinteressant, aber was soll das hier im HB??
    Jetzt zum Thema: ökonomisches Neuland wird offenbar nicht nur von den Geisterbahnfahrern und Makroklempnern bei den ZB´s betreten, sondern auch von den Ölförderstaaten: anstatt weiterem deflationärem Preiskampf aufgrund des weltweiten Nachfrageeinbruchs nun Förderkürzung. Na, wenn das mal gut geht...

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette

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