Ölpreise, Russland und die Saudis: Endet die Talfahrt endlich?

Ölpreise, Russland und die Saudis
Endet die Talfahrt endlich?

Erst hatten die Ölpreise das höchste Niveau seit zwei Wochen erreicht, dann sind sie heftig gefallen. Aktuell verteuert sich der Barrel von Brent und WTI wieder – Saudi-Arabien plant die Drosselung der Ölproduktion.

Singapur/ St. PetersburgDie Ölpreise schwanken am Donnerstag. Nachdem am Morgen ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent noch 32,72 US-Dollar gekostet hat, stieg der Preis am Nachmittag auf 34,75 Dollar. Für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI stiegen die Kosten von 31,87 Dollar auf 35,90.

Der Grund für das Auf und Ab: Saudi-Arabien hat dem russischen Energieminister Alexander Nowak zufolge angesichts des latenten Preisverfalls eine Drosselung der Ölproduktion vorgeschlagen. Demnach sollen die Förderländer ihren Ausstoß um jeweils bis zu fünf Prozent drücken, sagte Nowak am Donnerstag. Die von Saudi-Arabien dominierte Organisation erdölexportierender Länder (Opec) plane für Februar ein Treffen, zu dem auch Nicht-Mitglieder wie Russland eingeladen würden. Es gehe dabei um Beratungen zum Ölpreis und zu Möglichkeiten, die Fördermengen zu koordinieren, so Nowak.

Ein weltweites Überangebot an Öl drückt nach Einschätzung von Experten derzeit die Preise. In Russland hat der heftige Preisabsturz in den vergangenen Monaten eine schwere Wirtschaftskrise verschärft. Der Handel mit Öl und Gas ist der wichtigste Stützpfeiler der russischen Volkswirtschaft. Der Minister betonte, für Russland seien Gespräche mit der Opec zweckmäßig.

Noch am Vortag hatten trotz des überraschend deutlichen Anstiegs der Ölreserven in den USA die Preise das höchste Niveau seit mehr als zwei Wochen erreicht. Die Lagerbestände waren mit 8,4 Millionen Barrel auf 494,9 Millionen Barrel fast doppelt so stark gestiegen wie erwartet. Das Nordseeöl kostete zwischenzeitlich bis zu 33,49 Dollar, US-Öl bis zu 32,84 Dollar. Nach einer monatelangen Talfahrt befinden sich die Preise aber im längerfristigen Vergleich weiterhin auf extrem niedrigen Niveau.

Analysten äußerten sich skeptisch über die Erfolgsaussichten eines solchen Unterfangens. „Jeder wartet auf den anderen, mit der Förderung herunterzufahren“, sagte Andrew Lipow von Lipow Oil Associates. Zudem dürften die geopolitischen Faktoren im Nahen Osten eine wichtigere Rolle spielen als der Wunsch einzelner Länder nach einem höheren Preis.

Das derzeit produzierte Überangebot an Öl liegt nach Angaben eines saudi-arabischen Regierungsvertreters derzeit bei rund zwei Millionen Fässern am Tag. „Daher wird es etwas Zeit brauchen, bis sich der Markt wieder eingependelt hat“, sagte Aabed A. Al-Saadoun, stellvertretender Minister für Unternehmensangelegenheiten im Ministerium für Erdöl und andere Bodenschätze. Aber seine Regierung habe den Eindruck, dass sich Nachfrage und Angebot im laufenden Jahr wieder ausgleichen würden. Die Nachfrage nach Energie in allen Formen werde zunehmen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Reuters 
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