Ölpreise

Saudi-Arabien macht Anlegern Hoffnung auf Opec-Deal

Kommt es Ende November zu einer Förderbegrenzung des Ölproduktion oder nicht? Darüber rätseln Anleger schon seit Wochen. Der saudische Energieminister hat jetzt betont, dass er zuversichtlich sei.
Kommentieren
Das Ölkartell Opec will sich Ende November auf eine Obergrenze zur Ölproduktion einigen. Quelle: dpa
Erdölförderung

Das Ölkartell Opec will sich Ende November auf eine Obergrenze zur Ölproduktion einigen.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie Hoffnung von Anlegern auf eine Begrenzung der weltweiten Ölförderung hat am Donnerstag die Preise für den Rohstoff nach oben getrieben. Die richtungsweisende Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich um 1,6 Prozent auf 47,36 Dollar je Barrel. US-Leichtöl WTI legte 1,3 Prozent auf 46,16 Dollar zu.

Als Auslöser für den Anstieg machten Börsianer Aussagen des Saudi-Arabischen Energieministers Khalid al-Falih aus. Er zeigte sich in einem Interview mit dem staatseigenen TV-Sender Al-Arabiya zuversichtlich, dass sich die Opec bei ihrem Treffen am 30. November auf eine Obergrenze für die Ölproduktion einige. „Ich bin optimistisch, dass wir die in Algerien festgelegten Pläne in faire und ausbalancierte Obergrenzen für einzelne Länder umsetzen können.“

Auch der russische Ölminister Alexander Nowak signalisierte, einen Beschluss der Opec über eine Fördergrenze zu unterstützen. Russland ist kein Mitglied des Kartells, aber einer der größten Ölproduzenten.

Die Opec hatte sich im September in Algier zum ersten Mal seit acht Jahren auf eine Drosselung der Fördermengen geeinigt. Geplant ist, die Produktion auf 32,5 bis 33,0 von bisher 33,24 Millionen Barrel pro Tag zu senken. Bei dem Treffen Ende des Monats sollen die genauen Fördermengen für jedes Land festgelegt werden. Viele Analysten sind aber skeptisch, dass dies gelingt. So beharrt etwa Iran auf eine Ausnahmeregelung, um das Ölgeschäft nach Aufhebung von Sanktionen wieder in Gang zu bringen.

Diese unbekannten Multis überschwemmen die Welt mit Öl
Saudi-Arabien: Aramco
1 von 10

Die staatliche saudische Ölfirma Aramco gilt als eines der wertvollsten Unternehmen der Welt. Kein Wunder, schließlich speist sich der Staatshaushalt des superreichen Königreiches zu fast 90 Prozent aus Öleinnahmen. Genau wegen dieser Abhängigkeit trifft der Preisverfall den weltgrößten Erdöl-Exporteur besonders hart...

Aramco-Chef Khalid Al-Falih
2 von 10

Dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge droht dem Land ein massives Defizit. Enorme Währungsreserven versetzen Saudi-Arabien und Aramco aber in die Position, an ihrer Politik festzuhalten und weiter große Mengen Öl in den Markt zu pumpen. Aramco-Chef Khalid Al-Falih ließ zuletzt wissen, der Konzern werde seine Investitionen nicht kürzen. Dies gilt als Ablehnung, die Fördermenge zu reduzieren.

Russland: Rosneft
3 von 10

Rosneft ist nach eigener Darstellung der weltgrößte Ölproduzent in staatlicher Hand – die Regierung kontrolliert 69,5 Prozent der Anteile. Doch der Ölpreisverfall setzt den Staatshaushalt und damit auch Rosneft unter Druck. Eine Teilprivatisierung könnte schon bald frisches Geld in die russischen Kassen spülen, die Rede ist von bis zu 20 Prozent. Traditionell enge Verbindungen zum Kreml verschaffen eine bedeutende Stellung...

Wladimir Putin und Rosneft-Vorstand Setschin
4 von 10

Vorstand Igor Setschin gilt als enger Vertrauter von Präsident Wladimir Putin. Nach der Zerschlagung des Yukos-Konzerns konnte sich Rosneft 2004 die Filetstücke einverleiben. Die Reserven belaufen sich nach Konzernangaben auf knapp 34 Milliarden Barrel (je 159 Liter) Öl. Auch im Ausland engagiert sich Rosneft, etwa in Deutschland mit 50 Prozent an der Ruhr Oel GmbH sowie an der PCK Raffinerie GmbH in Brandenburg.

China: Sinopec
5 von 10

Sinopec steht für China Petroleum and Chemical Corporation. Im vergangenen Jahr stand der größte chinesische Öl- und Chemiekonzern auf Platz zwei der „Forbes“-Liste der weltweit größten Unternehmen. Der Staatskonzern ist auch der größte Raffineriebetreiber in Asien. Mit seinen Tochtergesellschaften erkundet, erschließt und fördert Sinopec Öl und Gas nicht nur in China, sondern auch in anderen Ländern, unter anderem in Afrika...

China: Sinopec
6 von 10

Mit dem Verfall der Ölpreise gerät aber auch Sinopec unter Druck. Die Ölfördermenge ging im vergangenen Jahr um 4,7 Prozent zurück, während die Gasproduktion noch um 2,6 Prozent zulegte. Erstmals seit 16 Jahren fiel damit seine gesamte Produktion von Öl und Gas –mit einem Minus von 1,7 Prozent. Der Konzern ist an den Börsen in Hongkong, New York, London und Shanghai gelistet, aber mehrheitlich in chinesischem Staatsbesitz.

Venezuela: PDVSA
7 von 10

Der komplett im Staatsbesitz befindliche Konzern PDVSA ist das größte Erdölunternehmen Lateinamerikas – und schwer unter Druck, da mit seinen Einnahmen die Sozialprogramme finanziert werden. Bei einem Preis von weniger als 30 Dollar je Barrel ist das aber kaum noch möglich. Das Unternehmen hat rund 150.000 Mitarbeiter und nach eigenen Angaben Förderkosten von 13 Dollar je Barrel...

  • rtr
Startseite

0 Kommentare zu "Ölpreise: Saudi-Arabien macht Anlegern Hoffnung auf Opec-Deal"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%