Ölpreise sinken: Preis für Sorte Brent fällt unter 50 Dollar

Ölpreise sinken
Preis für Sorte Brent fällt unter 50 Dollar

Der Preis für die weltweit wichtigste Ölsorte Brent ist erstmals seit Mai 2009 wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 50 Dollar gefallen. Für Deutschland wirken die niedrigen Preise wie ein Konjunkturpaket.
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Singapur/BerlinDie Ölpreise sinken weiter: Der Preis für die weltweit wichtigste Sorte Brent ist wieder unter die psychologisch wichtige Marke von 50 Dollar gefallen. Dort stand der Preis zuletzt im Mai 2009. Ein Barrel (Fass zu 159 Liter) verbilligte sich am Mittwoch um 2,3 Prozent auf 49,95 Dollar und kostete damit nur noch etwa halb so viel wie im Sommer. Grund für den Preisverfall sind ein weltweites Überangebot bei gleichzeitig schwächelnder Nachfrage. Ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) verbilligte sich um 58 Cent auf 47,35 Dollar.

„Die Stimmung an den Rohölmärkten ist so schlecht wie seit der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise nicht mehr“, schrieb NordLB-Analyst Frederik Kunze in einem Kommentar. „Die Marke von 40 US-Dollar je Barrel Rohöl scheint für immer mehr Marktteilnehmer kein absolutes Extremszenario mehr zu sein.“ Vor allem die erwartete Abkühlung der Konjunktur in den Schwellenländern mache dem Ölpreis zu schaffen, fügte Kunze hinzu. Nobuyuki Nakahara, ehemaliges Vorstandsmitglied der Bank von Japan und ehemaliger Manager in der Ölindustrie, hält sogar einen Rückgang auf bis zu 20 Dollar je Barrel für möglich.

Händler erklärten den aktuellen Preisrückgang mit der Aussicht auf weiter steigende Ölreserven in den USA. Ein Anstieg der Lagerbestände an Rohöl in der größten Volkswirtschaft der Welt kann ein Hinweis für eine geringere Nachfrage sein. Die US-Regierung wollte die offiziellen Daten am Nachmittag veröffentlichen.

Außerdem spiele eine Einschätzung von Experten der Citigroup eine Rolle, hieß es weiter. Demnach dürften sich die Ölimporte in der zweitgrößten Volkswirtschaft China im laufenden Jahr abschwächen. Ein zu hohes Angebot an Rohöl auf dem Weltmarkt hat die Ölpreise seit dem vergangenen Sommer um mehr als die Hälfte einbrechen lassen.

Die rasante Talfahrt der Ölpreise hat nach Einschätzung des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) den Effekt eines milliardenschweren Konjunkturpakets. Bleibe der Preis auf dem aktuellen Niveau, würden Unternehmen und Verbraucher in diesem Jahr um 20 Milliarden Euro entlastet, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben der „Bild“-Zeitung.

„Der Ölpreiseinbruch kommt als Konjunkturpaket gerade recht.“ Die Verbraucher profitierten sowohl bei den Benzin- als auch bei den Heizkosten. „Aber auch die Industrie spart ebenso wie Fluggesellschaften oder Spediteure“, sagte Wansleben.

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  • Für Deutschland wirken die niedrigen Preise wie ein Konjunkturpaket.

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    Als Öl teuer zu erwerben war...

    fand man es als Argument für Entlassungen...

    weil etwa AUTO-REIFEN-HERSTELLUNGEN gedrosselt wurden...

    oder Teppiche niemanden mehr so oft kaufte.

    Jetzt ist öl günstiger...

    und wieder wird gejammert in der EU .

    Anstatt dass man sich flexibel in der Industrie zeigt...

    ( von Mitarbeiter wird aber Flexibilität erwartet )...

    und jetzt, zu mindestens jetzt...

    die Gunst der Stunde nutzt , PERSONAL EINSTELLT...

    und sich auf die Märkte der Zukunft einstellt.

    Ob die EU außer zu jammern noch etwas anderes kann ?????





  • Dahin verschwindet unser Steuergeld, das in die Uktaine überwiesen wird !
    Ukraine meldet 450 Millionen Dollar aus dem Militär-Etat als gestohlen
    Deutsche Wirtschafts Nachrichten | Veröffentlicht: 06.01.15 23:54 Uhr | 29 Kommentare

    Der ukrainische Präsidentenberater Juri Birjukow gab bekannt, dass etwa ein Viertel des Budgets des Verteidigungsministeriums gestohlen worden sei. Niemand wisse, wohin die Gelder geflossen seien. Der verschwundene Betrag könnte bei etwa 400 Millionen Dollar liegen. Eine Strafverfolgung ist wegen der aktuellen Korruptions-Gesetze so gut wie ausssichtslos.

  • Vielleicht, weil manche Marktteilnehmer doch nicht so total deppert sind und ahnen, dass viele DAX-Unternehmen ja exportorientiert sind: Export nun einmal auch in Rohstoffstaaten, die jetzt sparen und auf ihre Rücklagen zurückgreifen müssen (> Deflationsspirale eben!).
    Auftragseinbruch bei den DAX-Unternehmen also eher früher als später (+ ultimative Folge: Arbeitsplatzabbau) -> fallende Steuereinnahmen.
    Zudem könnte es schon bald für diejenigen Banken ungemütlich werden, bei denen die Erdölunternehmen Terminkontrakte eingegangen sind, um fallende Ölpreise abzuhedgen.
    Über fallende Preise dürfen sich Verbraucher deshalb nur in der Frühphase freuen (weshalb ich auch etliche Reservekanister Benzin aufgefüllt habe).
    Milton Friedman erklärt es Ihnen:
    "Wollt Ihr, dass die Preise der Waren, die ihr selbst verkauft, sinken? NEIN, nicht die Preise der Waren, die ihr verkauft! Ihr wollt, dass die Preise der Waren, die ihr kauft, sinken - aber die Preise, der Waren, die ihr verkauft, steigen!"
    http://www.youtube.com/watch?v=YgxPyabmOrU
    Haben Sie es jetzt verstanden? ;-)

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