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Ölpreise steigen nach Opec-Vereinbarung über niedrigere Fördermengen

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) hat eine Drosselung ihrer Produktion beschlossen und damit für einen weiteren Anstieg der Ölpreise gesorgt. Die elf Mitgliedstaaten einigten sich am Freitag in Kairo darauf, ihre Fördermenge um insgesamt eine Million Barrel pro Tag zu drosseln.

dpa-afx LONDON/KAIRO. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) hat eine Drosselung ihrer Produktion beschlossen und damit für einen weiteren Anstieg der Ölpreise gesorgt. Die elf Mitgliedstaaten einigten sich am Freitag in Kairo darauf, ihre Fördermenge um insgesamt eine Million Barrel pro Tag zu drosseln. Ein Opec-Sprecher sagte in Kairo, dies bedeute, dass alle Mitgliedstaaten außer Venezuela, Indonesien und Iran ihre Ölförderung leicht senken müssten.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Abend 39,90 Dollar und damit 23 Cent mehr als bei Handelsschluss am Vortag. US-Öl der Sorte WTI verteuerte sich um 25 Cent auf 42,80 Dollar.

Offizielle Förderquote Angestrebt

Das Ölkartell will mit dem Abbau der Überproduktion zu ihrer offiziellen Förderquote von 27 Mill. Barrel pro Tag zurückkehren. Außerdem soll bei einer weiteren Konferenz am 30. Januar in Wien über eine mögliche weitere Senkung der Fördermenge im zweiten Quartal 2005 beraten werden.

Vor allem der größte Ölproduzent Saudi-Arabien hatte, als Reaktion auf den enormen Preisanstieg, seine Quote in diesem Herbst deutlich überschritten. Dies war von politischen Beobachter als positive Geste gegenüber der US-Regierung gedeutet worden. Neben anderen Faktoren hatten auch Terroranschläge in Saudi-Arabien in den vergangenen Monaten zur Verunsicherung auf dem Ölmarkt beigetragen. "Ich glaube, dass wir heute eine Entscheidung getroffen haben, die zur Stabilisierung beiträgt, falls nötig werden wir Ende Januar weitere Maßnahmen ergreifen", sagte Saudi-Arabiens Ölminister Ali al-Nuaimi.

Preisspanne VON 22 BIS 28 Dollar

Die offizielle Förderquote der Opec, die den Irak nicht mit einschließt, war seit Monaten um mehr als eine Million Barrel pro Tag übertroffen worden, um die hohen Ölpreise zu dämpfen. Da sich die Ölpreise inzwischen rund 25 Prozent unter ihren im Oktober erreichten Rekordniveaus liegen, drängten einige Opec-Staaten nun auf eine Einhaltung der Fördermenge.

Die Opec senkt oder steigert ihre Förderung, um den Ölpreis innerhalb der festgelegten Preisspanne von derzeit 22 bis 28 US- Dollar zu halten. Wegen des schwachen Dollars wird inzwischen jedoch über eine Anpassung der Preisspanne nachgedacht. So halten die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) 30 bis 38 Dollar pro Barrel für realistischer. Opec-Öl kostet nach einem Höchststand von mehr als 46 Dollar inzwischen rund 34 Dollar je Barrel. Die Internationale Energieagentur (IEA) teilte am Freitag in Paris mit, sie habe ihre Prognose für das Wachstum der Ölnachfrage im kommenden Jahr um 80 000 auf 1,4 Mill. Barrel pro Tag reduziert. Als Gründe nannte sie eine geringere Nachfrage in Russland und anderen Staaten der ehemaligen Sowjetunion sowie im Nahen Osten.

Der saudiarabische Ölminister sagte in Kairo, er erwarte im zweiten Quartal 2005 einen Rückgang der Nachfrage zwischen 1,5 und 1,9 Mill. Barrel pro Tag./

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