Devisen + Rohstoffe
Ölpreise steigen wieder - Rekordhochs bleiben in Sichtweite

Die Ölpreise haben sich am Freitag wegen anhaltender Sorgen über die niedrigen Heizölvorräte in den USA wieder verteuert. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Nachmittag 51,09 Dollar und notierte damit nahe seines Rekordhochs von 51,50 Dollar.

dpa-afx LONDON. Die Ölpreise haben sich am Freitag wegen anhaltender Sorgen über die niedrigen Heizölvorräte in den USA wieder verteuert. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Nachmittag 51,09 Dollar und notierte damit nahe seines Rekordhochs von 51,50 Dollar. Leichtes US-Öl der Sorte WTI kostete 54,81 Dollar und damit 37 Cent mehr als am Vortag bei Handelsschluss an der New Yorker Warenterminbörse Nymex. Damit bewegt sich die Notierung weiter in der Nähe ihres am Montag erreichten Höchststandes von 55,33 Dollar.

"Es ist die gleiche Geschichte: Alle haben Angst vor dem Winter", sagte Analyst Frederic Lasserre von Societe Generale. Sein Kollege Daniel Hynes von der ANZ Bank sagte: "Wir sind an einem Punkt, an dem am Markt nach jedem noch so kleinen Grund gesucht wird, um die Preise nach oben zu treiben." Derzeit müssten die niedrigen Ölvorräte in den USA als Begründung herhalten.

EZB Besorgt

Die Bestände an Destillaten sind nach Angaben des US-Energieministeriums vom Mittwoch in der Woche bis 15. Oktober um 1,9 Mill. Barrel auf 119 Mill. Barrel zurückgegangen. Das war bereits der fünfte Rückgang in Folge. Die Heizölvorräte schrumpften dabei um 500 000 Barrel auf 49,5 Mill. Barrel.

Auch die Europäische Zentralbank (EZB) sorgt sich inzwischen. Ein anhaltend hoher Rohölpreis könne negative Auswirkungen auf die Inflation und das Wirtschaftswachstum in der Eurozone haben, sagte EZB-Ratsmitglied Vitor Constancio. Die Auswirkungen dürften jedoch weniger stark ausfallen als noch in der Vergangenheit. Bisher habe der Rohölpreis nur einen marginalen Effekt auf die Inflation in der Eurozone gehabt. Auch habe die EZB ihre Wachstumsprognosen für das Jahr 2005 noch nicht korrigiert, sagte Constancio. Bislang geht die EZB von 1,8 bis 2,8 Prozent Wachstum aus.

Opec-Korbpreis

Unterdessen hat der Preis für Rohöl aus der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) erneut einen Höchststand erreicht. Nach Angaben des Opec-Sekretariats in Wien lag der Durchschnittspreis für die sieben wichtigsten Rohölsorten am Donnerstag bei 46,61 Dollar pro Barrel. Das waren 74 Cent mehr als am Tag davor. Am 12. Oktober hatte Opec-Rohöl mit 46,49 Dollar den bis dahin höchsten Preis seit mehr als 20 Jahren erreicht.

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