Ölpreisverfall: Opec-Staaten wollen nicht mit Russland sprechen

Ölpreisverfall
Opec-Staaten wollen nicht mit Russland sprechen

Der Vorstoß Russlands für eine Drosselung der Ölfördermenge stößt bei den Opec-Staaten auf taube Ohren. Die Rohstoffmärkte sind dennoch hoffnungsfroh gestimmt. Der Ölpreis steigt.

FrankfurtVor zwei Tagen sorgte der russische Energieminister, Alexander Nowak, für neue Hoffnung an den Rohstoffmärkten. Novak hatte am Mittwoch erklärt, dass er plane, sich im kommenden Monat mit Vertretern der Opec-Staaten zu treffen, um mögliche Maßnahmen zur Drosselung der Fördermenge von Rohöl zu diskutieren.

Das ließ den Ölpreis, der in den vergangenen Wochen immer wieder unter die 30-Dollar-Marke rutschte, am Donnerstag zwischenzeitlich auf ein Drei-Wochen-Hoch klettern. Auch an diesem Freitag halten die Spekulationen um eine mögliche Fördermengen-Drosselung an. Der Terminkontrakt für die richtungsweisende Sorte Brent aus der Nordsee gewann bis zu 2,7 Prozent auf 34,82 Dollar je Barrel. Allerdings hat die Euphorie nicht lange gedauert. Bereits am Mittag verbilligte sich die richtungsweisende Sorte Brent aus der Nordsee um 0,5 Prozent auf 33,71 Dollar je Barrel.

Der Grund: Die Opec-Staaten zeigen sich alles andere als begeistert von der russischen Annäherung. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg gaben vier Opec-Vertreter zu verstehen, dass sie nichts über mögliche Gesprächspläne wüssten. Ein Staatsvertreter sagte, dass der Anführer des Opec-Kartells, Saudi Arabien, keinerlei Vorschläge zur Reduktion der Ölfördermenge gemacht hätte. Zuvor hatte die staatsnahe russische Nachrichtenagentur Interfax gemeldet, dass der Ölstaat die Fördermenge um rund fünf Prozent kürzen wolle. Dabei berief sich die Agentur auf Energieminister Nowak.

Experten vermuten, dass die russischen Politiker durch öffentliche Äußerungen „testen” wollen, wie die Opec-Staaten auf Vorschläge zu Förderabsprachen reagieren. Offenbar haben die erdölreichen Staaten zwar nicht die Absicht, sich zu bewegen, allerdings bewegen sich die Märkte. Und das kommt vor allem dem russischen Haushalt zugute. Immerhin kommen rund 40 Prozent der russischen Staatseinnahmen gegenwärtig aus dem Ölgeschäft. Dass der Ölpreis purzelt, macht dem Land also besonders zu schaffen. Das russische Haushaltsdefizit ist so hoch wie seit fünf Jahren nicht mehr und das Finanzministerium stellt in Aussicht, dass sich die Lücke in diesem Jahr noch vergrößert.

Seite 1:

Opec-Staaten wollen nicht mit Russland sprechen

Seite 2:

Russland will Einigung, Opec sitzt aus

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%