Ölsandfelder
Kanadas Reichtum steckt im Sand

Auf Grund der hohen Rohölpreise wird die Suche nach alternativen Energiequellen intensiviert. Wachsende Bedeutung gewinnt auch die Ölförderung aus kanadischem Ölsand.

OTTAWA. Nach Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) liegt darin „das größte Potenzial für die Ausweitung der Energieexporte Kanadas“. Die bisher angekündigten Investitionen in Ölsandprojekten würden zu einer erheblichen Steigerung der Ölproduktion führen, heißt es in einem jetzt veröffentlichten Arbeitspapier des IWF. Erwartet wird, dass die täglich Produktion im Ölsandsektor von derzeit rund einer Mill. Barrel (159 Liter) pro Tag bis 2015 auf 2,5 bis drei Mill. Barrel ansteigen wird.

Für Jeffrey Rubin, Chefökonom von CIBC World Markets in Toronto, steht Kanada vor der „Zeit der Sände“. Die globale Verknappung der konventionellen Reserven, steigende Ölpreise und die Entwicklung neuer Fördertechnologien haben den Ölsand-Boom gefördert. Rubin meint, dass über 60 Prozent der 3,6 Mill. Barrel pro Tag, die in diesem Jahr an zusätzlicher Ölproduktion zu erwarten sind, nicht den steigenden Bedarf decken, sondern Verluste aus existierenden Feldern wie die Nordsee oder das Burgan-Feld in Kuwait ersetzen. Bei einem Schwund von 2,2 Mill. Barrel aus bestehenden Quellen betrage der Netto-Zuwachs aber nur rund 1,4 Mill. Barrel, „nicht genug, um die Nachfrage zu befriedigen“.

Laut Rubin besteht zudem ein Trend in vielen Öl produzierenden Staaten, die Energiequellen stärker von staatlicher Hand kontrollieren zu lassen. Kanadas Ölsand sei eine der wenigen Ölquellen, die weiter für private Investoren offen sei. Und bei Preisen bis zu möglicherweise 100 US-Dollar bis Ende 2007 würden „mehr und mehr Ölfirmen versuchen, einen Fuß in diese großen, aber kostspieligen Reserven zu bekommen“.

Von 1996 bis 2004 investierte die Industrie 30 Mrd. kanadische Dollar (can$) in Förderprojekte. In den Ölsandfeldern Nord-Albertas sind Unternehmen tätig wie Shell, Suncor, Canadian Natural Resources, Imperial Oil, Syncrude, ExxonMobil und Husky Energy. Das Wirtschaftsministerium Albertas geht auf Grund der bisherigen Pläne der Unternehmen von Neuinvestitionen bis zu 80 Mrd. can$ zwischen 2005 und 2015 aus.

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