Ölschwemme und die Folgen
Opec beglückt Autofahrer mit Tiefstpreisen

Die Opec, die Organisation Erdöl exportierender Staaten, hat den Autofahrern ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk beschert. An den Tankstellen sind die Preise unter Druck und rutschen immer weiter ab.
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DüsseldorfSeit mehr als einem Jahr flutet das Ölkartell Opec die Weltmärkte mit Rohöl, um ihre Marktanteile gegen die amerikanischen Schieferölproduzenten zu verteidigen. Erst vor wenigen Tagen haben die Ölminister beschlossen, diese Taktik beizubehalten. Das hat den Ölpreis noch stärker unter Druck gebracht. Erstmals seit Anfang 2009 kostete das europäische Brentöl zeitweise weniger als 40 Dollar. Zum Vergleich: Noch Mitte 2014 mussten für ein Barrel (159 Liter) rund 115 Dollar bezahlt werden.

Zwar leiden unter diesem Preisrutsch die Kartellmitglieder selbst, doch reiben sich auf der anderen Seite die Autofahrer die Hände. Der Preis für einen Liter Super E10 sank laut ADAC binnen Wochenfrist um 3,2 Cent auf durchschnittlich 1,285 Euro. Noch deutlicher falle der Preisrückgang bei Diesel aus: Ein Liter kostet nach Angaben des Automobilclubs im bundesweiten Mittel nur noch 1,087 Euro, das ist ein Minus von 4,1 Cent in nur einer Woche.

An einigen Tankstellen wurde sogar die Marke von einem Euro nach unten durchbrochen. Und ein schnelles Ende der Niedrigpreisphase ist noch nicht in Sicht. Schließlich zeige der Beschluss der Opec, die Ölfördermengen nicht zu reduzieren, dass weiter mit einer guten Versorgung des Marktes zu rechnen ist, so der ADAC. „Auch dies lässt eine zeitnahe deutliche Verteuerung unwahrscheinlich erscheinen.“

Den deutschen Autofahrern kommt dabei eine weitere Entwicklung zugute. Denn der Kurs des Euros hat gegenüber dem amerikanischen Dollar wieder deutlich aufgeholt. Noch vor einer Woche schien die Parität, also der Gleichstand von Euro und Dollar, in greifbare Nähe gerückt. Seither hat die europäische Gemeinschaftswährung mehr als fünf Cent gewonnen und tendiert gegen 1,10 Euro zur US-Währung.

Da Rohöl in Dollar gehandelt wird, verbilligt sich sein Preis für europäische Käufer und auch die Preise an den Tankstellen geraten unter Druck.

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  • Nicht nur die OPEC hat die Ölförderung nicht gesenkt. Die USA haben es der OPEC gleich getan. Tagesschwankungen von 8 oder 10 Prozent beim Ölpreis haben ausschließlich und ganz allein mit den schwankenden Tagesnachfragen nach Öl zu tun. Warum wachsen die Wirtschaften bei einen Drittelölpreis von 2008 so viel langsamer als damals?

  • Man sollte sich in diesem Zusammenhang noch daran erinnern, dass derart niedrige Ölpreise die Wirtschaft ankurbeln. Stattdessen fabuliert Herr Draghi von der drohenden Deflation. Niemand erwartet noch stark sinkende Sprot-Preise und selbst wenn kann man den Kauf ja sowieso nicht aufschieben. Es werden zusätzlich unkonventionelle Maßnahmen der Zentralbank von ihm forciert. Selbst wenn der Ölpreis also über das nächste Jahr nur konstant bleibt, wird die Inflation wieder höher sein.

    Zudem liest man inzwischen, dass ein niedriger Ölpreis das System schädigen kann (oder manche Länder), ein hoher auch, und dazwischen wahrscheinlich bestimmt auch. Irgendwie scheint das System instabil zu sein. Ich tanke also besser mal jetzt! ;-)

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