Öl: Das Ölkartell Opec überrascht die Märkte

Opec
Das Ölkartell überrascht die Märkte

Die Opec förderte im Januar deutlich weniger Öl. Damit hält sich das Kartell an seine Förderkürzung. Der Ölpreis stabilisiert sich. Doch ein Grund zur Euphorie ist das noch lange nicht.
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FrankfurtFür die Organisation erdölexportierender Staaten (Opec) könnte der Start ins Jahr 2017 kaum besser laufen. Seit Januar gelten die verabredeten Produktionskürzungen mit elf weiteren Produktionsstaaten, und schon seit Tagen überbieten sich die Ölminister mit Erfolgsmeldungen. Alle haben dieselbe Botschaft: Der Deal steht.

Seit Dienstag bestätigen nun auch Statistiken einer Reuters-Umfrage, dass das Ölkartell auf Kurs ist. Mehr als eine Million Barrel pumpen die Mitgliedsstaaten in diesem Monat weniger aus dem Boden als noch im Oktober 2016 – dem Vergleichspunkt, den die Opec festgelegt hat. Allein Saudi-Arabien, das an der Produktion gemessen größte Opec-Land, trägt mit mehr als der Hälfte der Kürzungen den größten Anteil.

Insgesamt förderte die Opec im Januar 32,27 Millionen Barrel pro Tag. Das Abkommen wird zu mehr als 80 Prozent erfüllt. In der langen Geschichte gescheiterter Marktabsprachen der Opec ist dies ein überraschend hoher Wert. 2008, beim letzten Abkommen dieser Art, lag die Einhaltungsquote noch bei 57 Prozent, heißt es bei der Helaba.

Am Ölmarkt kamen die jüngsten Nachrichten gut an. Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent stieg um rund ein Prozent auf 55,83 Dollar. Die ganz großen Sprünge blieben indes aus. Marktteilnehmer hatten die Kürzungen schon eingepreist. Seit Ende November, als sich das Kartell in Wien zu dem Abkommen durchgerungen hatte, sind die Ölpreise schon um ein Fünftel gestiegen. Dennoch: Für die Opec ist längst nicht wieder alles in bester Ordnung.

Obwohl die Ölminister zuletzt noch von einer Erfolgsbekundung zur nächsten eilten, dämpfen sie dieser Tage selbst die Erwartungen. So hat etwa der iranische Ölminister Bijan Namdar Zanganeh zu Beginn der Woche erklärt, dass die Ölproduzenten mit einer Preisspanne von 55 bis 60 Dollar zufrieden seien.

Zudem ist der Kürzungs-Deal auf ein halbes Jahr begrenzt. Zwar gibt es theoretisch die Option, das Abkommen bis Jahresende zu verlängern. Der saudische Ölminister Khalid Al-Falih erklärte aber schon, dass der Ölmarkt die Eingriffe der Opec nach Ende Juni nicht mehr brauche. Soll heißen: Bis dahin hat die Nachfrage das bis zuletzt anhaltende Überangebot aufgewogen.

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