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Opec erwägt geringere Ölförderung - Ölpreise deutlich gefallen

Angesichts deutlich gesunkener Ölpreise erwägt die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) eine Drosselung ihrer Förderung im kommenden Frühjahr.

dpa-afx JAKARTA/WIEN/LONDON. Angesichts deutlich gesunkener Ölpreise erwägt die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) eine Drosselung ihrer Förderung im kommenden Frühjahr. "Wir werden dies möglicherweise tun, abhängig von der Situation im ersten Quartal", sagte Opec-Präsident Purnomo Yusgiantoro am Mittwoch in Jakarta vor der am Freitag beginnenden Opec-Konferenz in Kairo.

Zunächst müsse die Entwicklung im Winter abgewartet werden. Er rechne mit einem Rückgang der Nachfrage ab dem zweiten Quartal 2005, sagte Yusgiantoro. Die Ölproduktion des Kartells liegt derzeit um rund 1,5 Mill. Barrel Rohöl pro Tag über der vereinbarten Fördergrenze von 27 Mill. Barrel.

'Spekulative Wette AUF Warmen Winter'

Yusgiantoro bekräftigte zugleich die Notwendigkeit, die gültige Opec-Preisspanne von 22 bis 28 Dollar je Barrel (159 Liter) anzuheben. Er brachte eine Bandbreite von 28 bis 34 oder 35 Dollar ins Gespräch.

Im Mittagshandel ist der Ölpreis am Mittwoch vor Bekanntgabe der US-Lagerbestände deutlich gesunken. Ein Barrel der US-Sorte WTI kostete 40,83 Dollar und damit 1,52 Dollar weniger als am Vortag bei Handelsschluss an der New Yorker Warenterminbörse Nymex. Am Dienstag hatte der Ölpreis um 1,52 Dollar nachgegeben und war auf den niedrigsten Stand seit vier Monaten gefallen. Auch in London gab der Ölpreis ebenfalls deutlich nach. Ein Barrel-Brent kostete 38,05 Dollar und damit 1,53 Dollar weniger als am Vortag.

Der jüngste Preisrückgang bei Rohöl ist nach Einschätzung der Dekabank eine spekulative Wette auf einen warmen Winter. "Diese Wette kann durchaus aufgehen, wenn die Temperaturen in den Hauptnachfrageregionen auch in den nächsten Wochen auf überdurchschnittlich hohen Niveaus bleiben und die Ölnachfrage dadurch stark sinkt", heißt es in einer am Mittwoch veröffentlichten Studie.

Opec-ÖL AUF Niedrigsten Stand Seit Anfang Juli

Der Preis für Opec-Öl ist auf den niedrigsten Stand seit Anfang Juli gefallen. Am Dienstag kostete ein Barrel 34,21 Dollar, das waren 68 Cent weniger als am Montag. Die Opec senkt oder steigert ihre Förderung, um den Ölpreis innerhalb der festgelegten Preisspanne zu halten. Der Ölpreis liegt bereits seit mehr als einem Jahr nicht mehr im angestrebten Preisrahmen.

Die deutsche Chemieindustrie rechnet auch im kommenden Jahr nicht mit einer grundlegenden Entspannung an den Rohölmärkten. "Der Ölpreis dürfte etwas niedriger liegen als im laufenden Jahr veranschlagt", sagte der Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie, Jürgen Hambrecht, in Frankfurt. Für das laufende Jahr hat der Verband einen Ölpreis von 38 bis 40 Dollar je Barrel unterstellt./

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