Opec hebt Nachfrage-Prognose an
US-Ölpreis steigt über 86 Dollar

Der Ölpreis hat am Montag mit einem Anstieg von über zwei Dollar je Fass seine Rekordjagd fortgesetzt. Der Preis für ein Barrel (rund 159 Liter) leichtes US-Rohöl kletterte in New York zeitweise auf die Marke von 86,20 Dollar, die Nordseesorte Brent verteuerte sich auf nie dagewesene 82,56 Dollar.

HB NEW YORK. Analysten führten unter anderem den kommenden Winter, die Krise zwischen Irak und der Türkei als Gründe für den Anstieg an.

Erst am Freitag hatte der US-Ölpreis in New York einen Rekordschlussstand von 83,69 Dollar erreicht. Sein Tagesrekordhoch hatte der US-Ölpreis im September mit 84,10 Dollar erreicht. Händler führten das weiterhin hohe Ölpreisniveau auf die anhaltenden Spannungen zwischen der Türkei und der kurdischen Arbeiterpartei (PKK) im Irak zurück. "Der Grund für die Stärke des Marktes sind Sorgen über die steigenden Spannungen zwischen der Türkei und den Kurden", sagte Alaron-Analyst Phil Flynn. Die Türkei will trotz internationaler Widerstände am geplanten Militäreinsatz gegen die kurdischen Rebellen im Nordirak festhalten. Dort befinden sich einige der weltweit größten Öl-Pipelines. Zudem wurde auf die nach wie vor angespannte Situation am Ölmarkt verwiesen. Das Ölangebot sei weiter knapp und die Nachfrage nach Ölprodukten hoch, hieß es.

Die Organsiation Erdöl exportierende Länder (Opec) hat ihre Prognose für die Erdölnachfrage im Jahr 2007 leicht angehoben. Man erwarte einen Anstieg der Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr um 1,52 Prozent, teilte die Opec in ihrem am Montag veröffentlichten Monatsbericht mit. Im September war die Opec noch mit einem Anstieg der Nachfrage von 1,51 Prozent ausgegangen. Die Nachfrage dürfte damit insgesamt um 1,28 Mill. Barrel pro Tag auf 85,75 Mill. Barrel pro Tag steigen.

Für das Jahr 2008 erwartet das Kartell einen Anstieg um 1,56 Prozent oder 1,34 Mill. Barrel pro Tag auf 87,09 Mill. Barrel. Im September war die Opec noch von einem etwas höheren Wachstum von 1,57 Prozent oder 1,35 Mill. Barrel pro Tag ausgegangen.

„Man befürchtet, dass eine Militäraktion im ölreichen kurdischen Nordirak zu einer Beeinträchtigung der Ölversorgung führen könnte“, erläuterte Rohstoff-Analyst Eugen Weinberg von der Commerzbank. Daneben hielten offene Fragen zur Ölversorgung im Winter und die Dollar-Schwäche den Preis hoch, hieß es bei Händlern.

Die Nordseesorte Brent kostete mit 80,75 Dollar 20 Cent mehr. „Fundamental ist der jüngste Anstieg nicht gerechtfertigt, aber der Markt ist offensichtlich sehr spekulativ getrieben und auf einem Auge blind“, sagte Rohstoffanalyst Frank Schallenberger von der LBBW.

Ölinvestoren ignorierten die jüngste Erhöhung der Fördermengen der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec). Die Wettervorhersagen ließen zudem einen vergleichsweise warmen Winter erwarten, und die Hurrikan-Saison laufe aus. „Außerdem hat China seine Rohölimporte im vergangenen Monat mit der niedrigsten Rate seit zwölf Monaten gesteigert“, merkte Schallenberger an. „Aber alles, was entlastend wirken sollte, wird ignoriert.“

Außerdem bewegen Berichte über spekulative Käufe die Ölhändler. Es gebe keine Anzeichen für Gewinnmitnahmen, die zu Preisverfall führen könnten, erklärte ein Händler.

Der Benzinpreis in Deutschland lag nach Branchenangaben am Montag bei 1,19 Euro für den Liter Diesel und 1,34 Euro für Super. Allerdings zogen die Großhandelspreise in Rotterdam nach Shell-Angaben schon kräftig an: Eine Tonne Diesel kostete 743 Dollar, nur knapp weniger als der Rekordwert von Ende September mit 752 Euro, wie eine Firmensprecherin mitteilte.

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