Opec
Kein Öl-Deal in Sicht

Mit großen Versprechungen über Stabilität für den Ölmarkt hat die Opec ihr informelles Treffen angekündigt. Doch einmal mehr enttäuscht das Ölkartell. Immerhin ein Hoffnungsschimmer bleibt.

FrankfurtSchon die Generalprobe ist schief gelaufen. Als sich die beiden großen Opec-Rivalen Saudi-Arabien und Iran gemeinsam mit Katar am vergangenen Donnerstag in Wien trafen, verbreiteten sie noch Optimismus. Allein das Treffen sollte zeigen: Wir arbeiten gemeinsam an einer Lösung, für einen stabilen Ölmarkt zu sorgen, die Preise steigen zu lassen.

Doch schnell war klar, dass daraus nichts wird. Vertreter der beiden Staaten reisten mit Vorschlägen und ohne Einigung ab. Stieg der Ölpreis währen des Treffens noch um knapp zwei Prozent, fiel er danach doppelt so tief.

Das Auf und Ab setzte sich auch zu Beginn dieser Woche fort, als die Mitglieder der Opec-Staaten beim Internationalen Energieforum in Algerien eintrafen. Bei dem Energieforum treffen sich alle zwei Jahre an wechselnden Orten die wichtigsten Öl- und Gasproduzenten der Welt mit ihren Abnehmern.

Am Mittwoch wird das Ölkartell zu einem informellen Treffen zusammenkommen. Vorschläge und Interessebekundungen gibt es zuhauf. Doch von Einigung ist keine Spur. Wie bereits im April und Juni scheiterten Gespräche über eine mögliche Förderdeckelung am Zwist zwischen Saudi-Arabien und Iran.

Zwar geben sich die Saudis versöhnlich. Sie fördern knapp ein Drittel allen Opec-Öls und sind zweifelsohne das bedeutendste Mitglied des Ölkartells. Das Königreich schlug vor, seine Ölförderung auf das Januar-Niveau zu kürzen. Das würde bedeuten von aktuell 10,7 auf 10,2 Millionen Barrel (à 159 Liter) pro Tag. Im Gegenzug solle der Iran seine Produktion auf dem heutigen Niveau einfrieren, bei etwa 3,7 Millionen Barrel. Der Iran lehnte dankend ab.

Ihnen schweben schließlich ganz andere Größenordnungen vor. Nachdem Anfang des Jahres die Sanktionen des Westens wegen des iranischen Atomprogramms weitgehend aufgehoben wurden, möchte das Land wieder auf alte Förderniveaus zurück. Offenbar irritiert von den Vorschlägen der Saudis nannten der iranische Ölminister Bijan Namdar Zanganeh nun seine konkreten Vorstellungen: Der Iran möchte seine alten Vor-Sanktions-Marktanteil innerhalb der Opec von knapp 13 Prozent zurück. Das wären nach aktuellem Stand bis zu 4,4 Millionen Barrel Öl täglich, 700.000 Fass mehr als heute.

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Goldman Sachs senkt Ölpreisprognose

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