Opec-Konferenz
Das Öl ist nicht zu stoppen

Die Ölpreise sind im Dauer-Tief, die Opec könnte mit Förderkürzungen gegensteuern. Doch es sieht so aus, als würde das Kartell an der bisherigen Fördermenge festhalten. Was passiert beim heutigen Ministertreffen in Wien?

WienDie Nachricht kam überraschend: Saudi-Arabien arbeite an einem Vorschlag für eine Stabilisierung des Ölmarktes, berichtete der Branchendienst „Energy Intelligence” am Donnerstag dieser Woche. Dabei sollte die Öl-Fördermenge Organisation der Erdöl exportierenden Länder (Opec-Staaten) um rund eine Million Barrel am Tag reduziert werden.

Einen Tag später ist der Vorschlag nur noch Schall und Rauch. Die Opec-Länder würden an ihrer bisherigen Politik festhalten, sagten Insider in der Nacht zum Donnerstag der Nachrichtenagentur Reuters. Mehrere Opec-Vertreter sagten, die Obergrenze für die Ölproduktion werde bei 30 Millionen Barrel pro Tag bleiben. Und: Saudi-Arabien habe nicht die Absicht, einen Vorschlag zur Drosselung der Quote zu unterbreiten. Die Staaten gelten untereinander als zerstritten. Dem Kürzungsvorschlag steht auch im Wege, dass nicht klar ist, wer wieviel kürzt.

Am heutigen Freitag beraten die Opec-Ölminister in Wien über die zukünftige Förderpolitik des Kartells. Es sind mächtige Männer: Denn das, was sie untereinander aushandeln, hat auch Einfluss auf den Preis von Mineralöl-Endprodukten wie Benzin, Diesel oder Heizöl – weltweit. Aktuell sind die Ölpreise im langjährigen Vergleich im Keller. Seit Juni des vergangenen Jahres hat sich der Preis für den fossilen Rohstoff beinahe halbiert.

Vor der Wiener Konferenz ging der Preis für den Opec-Korb aus verschiedenen Ölsorten zurück. Das Barrel kostet am Donnerstag nur noch 37,89 Dollar. Am Tag zuvor war es noch 38,46 Dollar. Der Preis für einzelne Sorten am Gesamtmarkt ging dagegen hoch. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Januar 44,11 US-Dollar. Das waren 27 Cent mehr als am Donnerstag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI stieg um 28 Cent auf 41,36 Dollar.

Im Markt wird der Preisrückgang für Opec-Öl als Zeichen gewertet, dass sich das Kartell auf seiner heutigen Sitzung nicht zu einer nachhaltigen Kürzung der Förderquote durchringen kann. „Die Opec (in erster Linie Saudi Arabien) glaubt unserer Meinung nach weiterhin fest daran, dass sich ihre Strategie mittelfristig auszahlen wird”, sagt Hannes Loacker, Ölexperte der Wiener Raiffeisen Bank International, dem Handelsblatt.

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