Opec-Treffen am Mittwoch
Spekulation um Fördermengen treibt Ölpreis

Die Ölpreis klettern am Montag rasant. Grund dafür ist die offenbar kurz bevorstehende Förderkürzung der Organisation erdölexportierender Länder (Opec). Der Generalsekretär des Ölkartells sprach von beträchtlichen Veränderungen.

HB FRANKFURT. Spekulationen auf eine deutliche Kürzung der Fördermengen haben am Montag den Ölpreis kräftig nach oben getrieben. Das Fass (159 Liter) US-Leichtöl der Sorte WTI verteuerte sich zeitweise wieder auf über 50 US-Dollar. Ein Fass Nordseeöl der Sorte Brent kostete rund 47 Dollar.

Der Ölmarkt sei um rund 400 Mio. Barrel überversorgt, sagte Opec-Präsident Chakib Khelil am Montag bei seiner Ankunft im algerischen Oran, wo die die Opec-Mitglieder am Mittwoch beraten werden. Der weltgrößte Erdölexporteur Saudi-Arabien habe in Erwartung eines Kürzungsbeschlusses seine Fördermenge bereits um acht Prozent zurückgefahren. Das habe ihm der saudische Ölminister mitgeteilt, sagte Khelil.

„Jeder unterstützt eine Kürzung - ich habe daran keinen Zweifel“, sagte der Präsident der Organisation erdölexportierender Länder (Opec). Die Öl-Nachfrage werde im ersten Halbjahr 2009 um 1,4 Mio. Barrel pro Tag sinken und sich dann erholen.

Ähnlich äußerte sich der Generalsekeär der Opec, Abdullah Al-Badri. Die Opec müsse bei dem Treffen am Mittwoch die Öl-Fördermenge beträchtlich drosseln, sagte er. Der Ölmarkt sei überversorgt und befinde sich in einer sehr schwierigen Situation. Auch der iranische Ölminister Gholamhossein Nozari wiederholte die Forderung seines Landes, die Fördermenge zur Stabilisierung des Marktpreises zu reduzieren. Pro Tag sollten bis zu zwei Millionen Barrel weniger gefördert werden, sagte Nozari einer Erklärung vom Sonntag zufolge.

Mit im Boot sitzen die Russen. Die Opec erwarte, dass Russland seine Rohölförderung um 200 000 bis 300 000 Barrel pro Tag zurückfahre, sagte Vagit Alekperov, Chef von Lukoil. Zuvor hatte Opec-Generalsekretär Abdalla Salem El-Badri angekündigt, die Opec sähe es gerne, wenn die nicht der Organisation angehörenden Förderländer wie Russland ihre Produktion bei einer weiteren Senkung durch die Opec ebenfalls deutlich zurückfahren würden. Alekperov wird der russischen Delegation angehören, die an der Opec-Konferenz in Oran teilnehmen wird.

Die Opec-Minister werden am Mittwoch in Oran über die Förderpolitik des Rohstoffkartells beraten. Das Ölkartell hat vor dem Hintergrund des rasanten Preisverfalls am Ölmarkt im laufenden Jahr bereits zweimal Produktionskürzungen um insgesamt zwei Millionen Barrel pro Tag beschlossen. Russland ist mit einer Tagesförderung von rund 9,8 Mio Barrel das größte Förderland außerhalb der Opec.

Der Ölpreis hatte im Juli noch ein Allzeithoch von 147 Dollar erreicht.

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