Opec-Treffen
Der globale Preiskampf um Öl

Der Ölpreis fällt und fällt. Darunter leidet vor allem Russland, die US-Verbraucher freuen sich über sinkende Energiepreise. Wenn sich die Opec trifft, geht es nicht nur um das „schwarze Gold“ – es geht um Weltpolitik.
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London/New YorkDie Koordinaten für das Treffen des Öl-Kartells Opec nächsten Donnerstag sind eindeutig. Der Ölpreis sinkt und sinkt. Grund ist der Schieferölboom in den USA, der zu einem drastischen Überangebot an den Weltmärkten geführt hat. Dennoch rätseln selbst langjährige Opec-Beobachter darüber, ob die Organisation Erdöl exportierender Länder kommende Woche auf den Preisverfall reagiert und die Förderung drosselt.

Denn Saudi-Arabien als weltgrößter Ölexporteur und wichtigster Opec-Staat ist ein enger Verbündeter der USA, die wegen der Ukraine-Krise im Clinch mit Russland liegen. Und das riesige ölreiche Schwellenland ist eines der Hauptleidtragenden des Preisverfalls. Das Treffen des Kartells hat somit eine weltpolitische Dimension.

Der saudi-arabische Ölminister Ali al-Naimi hat den Märkten bislang keine Signale gegeben, in welche Richtung die Opec marschieren könnte. „Zum ersten Mal habe ich echt keine Ahnung, was bei dem Treffen passiert“, sagt ein Ölmarkt-Experte. Der Minister betonte zuletzt zwar, Saudi-Arabien habe kein Interesse daran, Öl als politische Waffe einzusetzen. „Hier geht es nur ums Geschäft.“ Doch damit stieß er bei den Anlegern offenbar auf taube Ohren, der Preisrückgang hielt an.

Denn die Hinweise sind widersprüchlich: Noch im September und Oktober hatten saudi-arabische Regierungsvertreter Opec-Beobachtern signalisiert, man könne mittelfristig auch mit einem niedrigen Ölpreis leben. Angesichts hoher Währungsreserven sei deutlich gemacht worden, dass das Land bis zu ein Jahr lang Preise von 70 bis 80 Dollar verkraften könnte, sagten Insider. Die Anleger reagierten prompt: Direkt danach rutschte der Preis unter die 80-Dollar-Marke. Damit kostet Öl derzeit so wenig wie zuletzt vor mehr als vier Jahren. Seit Juni sind die Preise um gut ein Drittel gesunken.

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  • Weil der Steuerbetrag in Deutschland einen Festen Wert hat.
    Die Energiesteuer auf Benzin beträgt 0,6545€. Dazu kommt die Ökosteuer i.H.v. 0,15€. Das sind schonmal 0,8045€ anf fixen steuern. Auf diese Steuer muss natürlich noch die MwSt. i.H.v. 19% oder ca. 0,153€. MAcht einen Steueranteil von immer 0,9575€.
    Selbst wenn das Öl verswcehnk würde wird das Benzin diesen Wert nicht unterschreiten. Darum merkt man herzlich wenig vom fallenden ÖLpreis.

  • Darf man dann fragen, weshalb das Benzin immer noch über 1,4 € / L kostet?

  • Die masochistische Ausrichtung Deutschlands auf erneuerbare Energien wird so ad absurdum geführt. Das was die Deutschen unter enormer Last einsparen, hauen die Amerikaner mehrfach zum Fenster raus. Die GroKo ist gescheitert. Merkel sollte umgehend zurücktreten, sie ist einfach nur noch peinlich und teuer.

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