Opec-Treffen in Wien
Saudis wollen Ölpreis-Absturz stoppen

Die Opec-Staaten sollen weniger Öl fördern – das möchte zumindest Saudi-Arabien. Beim Treffen der Ölminister am Freitag in Wien will das Land Druck machen. Händlern macht das offenbar Mut – der Ölpreis steigt.
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WienSaudi-Arabien arbeitet an einem Vorschlag für eine Stabilisierung des Ölmarktes. Dieser sieht unter anderem die Forderung an die Mitglieder der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) Iran und Irak vor, ihre Produktion zu senken, berichtet der Branchendienst „Energy Intelligence” am Donnerstag. Konkret heißt es, dass die gesamte Opec-Produktion um rund eine Million Barrel pro Tag reduziert werden könnte.

Auch Produzenten, die nicht Mitglied der Organisation erdölexportierender Länder sind wie Russland, würden einbezogen. Der Vorschlag wäre das erste konkrete Kompromiss-Signal Saudi-Arabiens, das sich bislang Forderungen nach einer Intervention zum Stopp des Ölpreisverfalls widersetzt hat.

Der Haken: Es wird wohl ziemlich schwer sein, den Vorschlag konkret umzusetzen. Denn die Opec-Staaten streiten sich darüber, welches Mitglied nun seine Ölproduktion drosseln soll und wie stark. Noch lässt Saudi-Arabien seine Ölproduktion auf Hochtouren laufen, um seinen Marktanteil zu verteidigen.

Dabei hat sich der Preis für den fossilen Rohstoff seit Juni 2014 fast halbiert – ein herber Rückschlag für die auf die Gelder aus der Förderung angewiesenen Staaten. Vor allem der Fracking-Förderbooms in den USA sorgt für ein Überangebot des Energieträgers. Hinzukommt, dass Schwellenländer – allen voran China – auf der Konjunkturseite schwächeln und deshalb auch weniger Öl nachfragen.

An diesem Freitag wollen die Opec-Ölminister bei ihrem halbjährlichen Treffen in Wien über die zukünftige Förderpolitik des Kartells beraten. Experten sind skeptisch, dass es dabei tatsächlich zu einer Änderung des Förderziels kommen wird.

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Förderländer unter Druck

Kommentare zu " Opec-Treffen in Wien: Saudis wollen Ölpreis-Absturz stoppen"

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  • Wenn der Preis niedrig ist, muss ich es über die Menge machen um den gleichen Gewinn zu erreichen.
    Und wenn der Nahe- und Mittlere Osten weiter in Terror und Krieg verfällt, dann wird man sich in der Welt der Oelnachfrager sichere und stabilere Ölförderländer suchen.
    Vor diesen Hintergrund kann ein gemeinsammer (abgesprochener) Oelpreis eigentlich nur vom Nachteil sein. Der Wettbewerb des Marktes will keine Einheitspreise. Der Wettbewerb lebt vom Unterschied von Preis und Leistungsverhältnis.
    Russland, die USA, Norwegen u.a. wissen schon, warum Sie diesen marktfeindlichen Kartell nicht beigetreten sind. Ein Kartell ist gift für einen Freien Markt genauso giftig wie staatiche Dauersubventionen (EEG).
    Mit dem Fracking und den immer neuen und massenhaften erschließen von Oelquellen in der Welt verliert das OPEC Kartelle immer mehr Macht. Und genau da kann man den Terrororganisationen im Nahen- und Mittlern Osten auch den Geldhahn zudrehen. In dem man in der Welt neue Oelquellen auftut und durch neue Fördertechniken (Fracking) andere Oelquellen erschließt.
    Das Angebot nach Oel somit in der Welt nach oben treibt, damit das Oel der "Terror-Scheichs" immer weniger Nachfrage erhält, weil es ja mehr ALTERNATIVEN zu diesen bis dato alternativlosen OPEC Kartell gibt.

  • Etc054

  • Klasse!
    Da dürften in naher Zukunft einige Aktien wieder richtig steigen!

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