Opec-Treffen Saudi-Arabien muss liefern

Die Ölförderung im Irak, Iran und Libyen gerät ins Stocken. Damit hat auch die Opec ein Problem. Vor dem heutigen Treffen ist klar: Das Ölkartell kann seine Versprechen nicht halten. Nun kommt es auf Saudi-Arabien an.
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Raffinerie südlich des libyschen Küstenorts Bengasi: Nach Protesten auf den Ölfeldern und Streiks an den Exportterminals ging die Fördermenge des Landes auf ein Zehntel der Kapazität zurück. Quelle: Reuters

Raffinerie südlich des libyschen Küstenorts Bengasi: Nach Protesten auf den Ölfeldern und Streiks an den Exportterminals ging die Fördermenge des Landes auf ein Zehntel der Kapazität zurück.

(Foto: Reuters)

DüsseldorfNoch vor sechs Monaten hatten die Energieanalysten vorhergesagt, dass die Förderung der Opec-Länder zulegen wird und sich Saudi-Arabien deswegen zurückhalten muss. Mittlerweile haben sie ihre Meinung aber geändert – denn die Förderung in Libyen, Iran und Irak hat sich nicht im erhofften Ausmaß erholt.

Die Lagerbestände in den Industrieländern fielen derweil auf den niedrigsten Stand seit 2008, bezogen auf die Jahreszeit. Vor diesem Hintergrund geht der Berater Energy Aspects davon aus, dass Saudi-Arabien bis Dezember das Rekordvolumen von elf Millionen Barrel am Tag fördern muss, um die Schwächen bei den anderen Ländern auszugleichen.

„Jetzt geht es nicht mehr darum, ob die Saudis mehr Raum geben, sondern darum, ob sie weitermachen und über ausreichende freie Kapazitäten verfügen”, sagte Jamie Webster, Analyst von IHS in Washington. „Der Opec fällt es zunehmend schwerer, ihre Arbeit zu machen und alle notwendigen Barrel zu liefern.”

Die Opec, die etwa 40 Prozent des weltweiten geförderten Öls produziert, kommt am Mittwoch in Wien zusammen, um über das aktuelle Förderziel von 30 Millionen Barrel am Tag zu beraten. Sowohl die Ölminister von Saudi-Arabien, Angola und Kuwait als auch 22 der 23 von Bloomberg befragten Analysten und Händler sagten, sie rechnen bei dem Ministertreffen mit keiner Änderung der Quote.

In den vergangenen drei Monaten haben Deutsche Bank, Morgan Stanley, Barclays und Citigroup ihre Prognosen für den Brent-Preis in 2014 angehoben und zur Begründung auf Angebotsrisiken verwiesen. Im Median erhöhten die vier Banken die Preisprognose auf 107,75 Dollar je Barrel, von 100,25 Dollar je Barrel am 31. Dezember.

Mehrere Opec-Staaten haben ihre Produktion nicht so ausgebaut, wie es ihre Minister bei der vergangenen Sitzung im Dezember versprochen hatten. Der Irak strebte nach Aussage von Ölminister Abdul Kareem al-Luaibi eine Erhöhung um etwa 30 Prozent in 2014 auf vier Millionen Barrel am Tag an. Libyen wollte innerhalb von zehn Tagen wieder auf die volle Tageskapazität von nahezu 1,6 Millionen Barrel zurückkehren, wie Ölminister Abdulbari al-Arusi sagte. Und Irans Ölminister Bijan Namdar Zanganeh versprach die höchste Förderung seit fünf Jahren.

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