Opec trifft sich in Amsterdam
Öl-Kartell dämpft Hoffnung auf sinkende Preise

Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) hat einen Tag vor ihrem informellen Treffen Hoffnungen der Industriestaaten auf ein rasches Ende des jüngsten Ölpreis-Höhenflugs gedämpft. Zuvor hatte Saudi-Arabien allerdings eine Förder- und Exporterhöhung des Öl-Kartells um 8,5 Prozent vorgeschlagen. Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement sieht im hohen Ölpreis ein Konjunkturrisiko.

HB AMSTERDAM. Saudi Arabien wird eine Anhebung der Opec-Fördergrenze um mehr als zwei Millionen Barrel (1 Barrel = knapp 159 Liter) täglich vorschlagen ...“, sagte der saudische Ölminister Ali el Naimi am Freitag in Amsterdam. Dort kommt das Kartell am Samstagvormittag zu informellen Beratungen zusammen, um über den Vorschlag Saudi-Arabiens zu sprechen. Der Ölminister der Vereinigten Arabischen Emirate, Obaid bin Saif el Nasseri, sagte allerdings: „Ich denke nicht, dass die Kontrolle über die Preise in den Händen der Opec liegt“. Die Ölpreise sind seit Ende vergangenen Jahres unter anderem wegen der Furcht vor Versorgungsengpässen aus dem ölreichen Nahen Osten und starker Nachfrage Chinas und der USA um knapp 30 Prozent gestiegen.

Der Druck von den Industrieländern auf die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec), auf den rasanten Ölpreisanstieg mit höheren Fördermengen zu reagieren, hat in jüngster Zeit zugenommen. Das verteuerte Öl droht, die Konjunkturbelebung abzuwürgen und die Inflation anzuheizen. „Es ist ein hohes Risiko in diesem hohen Ölpreis“, sagte Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement in Berlin. „Der hohe Ölpreis ist ein Problem.“ Er hoffe, dass die Verteuerung nicht den weltweiten Aufschwung stoppen werde. Die USA forderten die Opec auf, dem Markt mehr Öl zur Verfügung zu stellen.

US-Energieminister Spencer Abraham will am Samstag zu Beratungen mit der Opec in Amsterdam zusammenkommen. Sein Vize David Garman sagte: „Wir wollen die weitere Versorgung sicherstellen und die Lieferungen erhöhen, wenn das möglich ist. Besorgt äußerte sich auch der britische Schatzkanzler Gordon Brown: „Für Stabilität und Wachstum der Weltwirtschaft ist es entscheidend, dass die Opec jetzt handelt, um einen stabileren Preis zu erzielen.

Am Freitag verbilligte sich ein Barrel (knapp 159 Liter) der marktführenden Nordsee-Sorte Brent zur Lieferung im Juli in London um 66 US-Cent auf 36,60 Dollar. Der Preis für leichtes US-Öl fiel um 82 Cent auf 40,00 Dollar.

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