Opec trifft sich in dieser Woche in Wien
Experten erwarten dauerhaft teures Öl

Von der Herbsttagung der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ab Mittwoch in Wien erwarten Fachleute kein Entspannungssignal. Der Rohölpreis dürfte langfristig hoch bleiben, schätzen viele Experten. Daher wird darüber spekuliert, die Opec werde ihre – ohnehin überholte – Preisspanne anheben. Dies wäre ein Zeichen dafür, dass auch die wichtigsten Ölerzeuger von anhaltend hohen Preisen ausgehen.

LONDON/DÜSSELDORF. Gestern schwankten die Ölpreise erneut kräftig. Das europäische Brentöl rutschte im frühen Handel zeitweise unter 40 Dollar je Barrel (159 Liter), nachdem es anfangs noch über 41 Dollar gekostet hatte. Allerdings blieb der Spielraum nach unten begrenzt. Mit dem Hurrikan Ivan wächst die Furcht vor Produktionsausfällen in Mexiko. Angesichts weltweit niedriger Lagerbestände reagieren die Ölmärkte unverändert sensibel auf mögliche Angebotsverknappungen. Denn weltweit steigt der Bedarf mit der konjunkturellen Erholung, und die kurzfristigen Möglichkeiten zur Kapazitätsausweitung gelten als gering.

Die Ölnotierungen „etablieren sich auf höherem Niveau“, sagt Rainer Wiek vom Energie-Informationsdienst (EID). Auch die zum Teil kräftigen Schwankungen der Preise spielten sich auf diesem Niveau ab. Ein deutlicher Rückfall sei zurzeit nicht absehbar. Diese Einschätzung teilen andere Rohölexperten. Gregor Elze von der Bayerischen Landesbank (BayernLB) räumt dabei ein, dass sich der Markt zurzeit in einer „Übertreibungsphase befindet“. Diese werde durch verschiedene Krisen noch verschärft. Zu den Belastungsfaktoren zählen etwa die instabile Lage im Irak oder die drohenden Ausfälle beim russischen Ölgiganten Yukos.

Preise von 25 Dollar hält Elze zurzeit aber für „nicht mehr sehr wahrscheinlich“. Für 2005 erwartet die BayernLB nun einen Durchschnittspreis von 35 statt bisher 31 Dollar. Dies entspricht fast dem Ergebnis einer Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters: 21 befragte Analysten prognostizieren für 2005 einen durchschnittlichen Ölpreis von 34,48 Dollar. Zum Vergleich: 2003 kostete Brentöl im Schnitt 28,82 Dollar, 2002 noch 25,01 Dollar.

Kevin Norrish von der Investmentbank Barclays Capital in London begründet die anhaltend hohen Preise mit den weltweit knappen Förderkapazitäten und dem scheinbar unersättlichen Bedarf insbesondere Chinas und der USA. Er erwartet sogar, dass der Ölpreis bis 2010 nur selten unter 33 Dollar abrutschen wird.

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