Opec und das liebe Öl
Wann einigen sich die Förderstaaten?

Kaum sind die Gespräche des Ölkartells in Doha gescheitert, überbieten sich dessen Mitglieder wieder mit neuen Versprechen zu einer Förderkürzung. Der Ölmarkt wird von Spekulationen getrieben – und von hehren Worten.

Frankfurt am MainNach Venezuela und Russland steigt jetzt auch der Irak in die Rhetorik der Ölförderländer ein. Dessen stellvertretender Ölminister, Fayyad Al-Nima, kündigte an, dass sich bedeutende Opec-Mitglieder mit weiteren Ölförderländern möglicherweise schon im Mai in Russland treffen wollen. Thema: Begrenzung der Produktion. Auch die Opec kündigte heute an, sich im Juni zu diesem Thema treffen zu wollen.

Kommt Ihnen bekannt vor? Natürlich! Gleich nach dem Scheitern der jüngsten Gespräche in Doha am vergangenen Sonntag hatte Russland weitere Gespräche mit Saudi-Arabien angekündigt. Doch so aussichtslos diese Versprechen zuletzt erschienen, so erfolgreich wirkten sie am Markt: Kaum wurde die Aussage Al-Nimas am Mittwochabend publik, kletterte der Ölpreis um vier Prozent. Am Donnerstag liegen die Preise etwa auf Vortagesniveau. Ein Barrel (159 Liter) der Sorte Brent zur Lieferung im Juni kostete zuletzt 45,74 Dollar, ein Fass des Leichtöls WTI 44,19 Dollar. Das sind Preise, die zuletzt am 26. November aufgerufen wurden.

Der Preisanstieg verwundert schon, wenn man sich das Angebot am Markt anschaut. So haben die Ölarbeiter in Kuwait am Mittwochabend ihren viertägigen Streik beendet. Deren Ausstand sorgte für eine Verknappung, die das weltweite Angebot-Nachfrage-Verhältnis zumindest für kurze Zeit nahezu in eine Balance versetzte. Nun aber soll die Förderung Kuwaits bald wieder 2,8 Millionen Barrel täglich erreichen – womit das Überangebot weltweit erneut bei etwa 1,5 Millionen Barrel liegen dürfte. Und das obwohl die tägliche Produktion in den USA seit Anfang des Jahres um 280.000 Barrel gefallen ist.

Dennoch sehnen sich Ölexporteure nach höheren Preisen, nicht zuletzt um ihre Defizite im Haushalt zu begrenzen. Nach Berechnungen der Deutschen Bank benötigt Russland aktuell einen Preis von über 80 Dollar je Barrel, für Bahrain und Venezuela müssten es zwischen 110 und 120 Dollar sein. Der Irak bräuchte nach IWF-Schätzungen etwa 65 Dollar.

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Iran will bis Juni früheres Niveau erreichen

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