Opec
Zu Weihnachten könnte es mehr Öl geben

Das Ölkartell Opec rechnet für das nächste Jahr mit einer höheren Nachfrage, das Vorkrisenniveau bleibt aber auf absehbare Zeit außer Reichweite. Damit bleibt die Opec in einer schwierigen Situation: Soll sie die Ölförderung schon wieder ausweiten oder ist es dafür noch zu früh?
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dih/HB WIEN/DÜSSELDORF. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) hat ihre Prognose für das Wachstum der weltweiten Ölnachfrage im Jahr 2010 leicht angehoben. Die Nachfrage dürfte jedoch auch bei einer fortgesetzten Konjunkturerholung auf absehbare Zeit nicht auf das Niveau vor der Krise steigen, schreibt die Opec in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Monatsbericht. Die Opec hat ihre Prognose für das Wachstum der Ölnachfrage auf 750 000 Barrel je Tag angehoben. Bisher war ein Wachstum von 700 000 Barrel je Tag erwartet worden.

Die meisten Signale sprächen für eine schrittweise Erholung der Ölnachfrage, schreibt die OPEC. Es gebe jedoch Abwärtsrisiken. Die möglicherweise schwache wirtschaftliche Erholung und steigende Ölpreise seien die größten Risiken für die Ölnachfrage.

Das Produzentenkartell Opec steht vor einer schwierigen Entscheidung: Ist der Zeitpunkt bereits gekommen, die Ölförderung wieder auszuweiten? Wie die Förderstaaten zwischen Chancen und Risiken einer erhöhten Produktion abwägen. Der Ölpreis bewegt sich schon seit Monaten auf dem Niveau, das die Ölstaaten und auch die großen Ölkonzerne für nötig halten, um Investitionen in die Erschließung neuer Quellen zu tätigen: 70 bis 80 Dollar je Barrel (159 Liter). Damit haben die entschlossenen Produktionskürzungen, mit denen die Opec auf die schwere Rezession reagiert hatte, ihr Ziel erreicht.

Boom oder Strohfeuer?

Auch die Erholung der Weltwirtschaft scheint dafür zu sprechen, den Ölhahn wieder langsam aufzudrehen. Doch die Opec steht, wie etwa das Centre for Global Energy Studies in London argumentiert, vor dem gleichen Dilemma wie die westlichen Regierungen: Sie muss entscheiden, ob der Aufschwung schon nachhaltig oder nur ein durch Konjunkturprogramme angefachtes Strohfeuer ist.

Analysten wie Jochen Hitzfeld von Unicredit erwarten, dass die Opec auf ihrem Treffen am 22. Dezember in Angola die Förderquoten ihrer Mitgliedsstaaten um bis zu einer Million Barrel am Tag anheben wird. Das allerdings werde keine großen Auswirkungen auf die tatsächliche Produktion haben, da die Opec-Staaten schon jetzt in etwa diesem Ausmaß mehr produzierten als die Quote erlaube. Das spreche für einen Ölpreis zwischen 70 und 85 Dollar bis zum Jahresende.

Gegen eine Erhöhung der Produktion sprechen die hohen Lagerbestände an Rohöl, die mit 62 Verbrauchstagen deutlich über dem langjährigen Durchschnitt liegen.

Egal, wie sich die Opec entscheidet: Es wird lange dauern, bis ihre hohen Reservekapazitäten ausgenutzt werden. Sie entsprechen fast acht Prozent des globalen Ölverbrauchs und bieten eine gewisse Absicherung gegen eine allzu schnelle Rückkehr zu dreistelligen Ölpreisen.

Kommentare zu " Opec: Zu Weihnachten könnte es mehr Öl geben"

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  • Hallo, hoffentlich werden sich die Preise sich zu Weihnachten / Silvester nicht erhöhen.

    Viele Grüße
    Miriam

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