Palladium auf Neunjahreshoch
Dollar-Schwäche treibt Rohstoffpreise

An den Rohstoffmärkten steigen die Kurse zu Wochenbeginn. Von der Schwäche des Dollars profitieren alle Rohstoffe, die in der US-Währung gehandelt werden. Vor allem die Kurse der Edelmetalle ziehen an. Palladium ist so teuer wie seit Juni 2001 nicht mehr. Auch die Kupferpreise steigen. Hier stützen Nachrichten über eine steigende Nachfrage.
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HB FRANKFURT. Nach dem G20-Treffen haben Anleger zum Wochenbeginn auf Edelmetalle gesetzt. "Das Treffen der G20-Finanzminister und Zentralbankchefs in Südkorea endete ohne konkretes Ergebnis" hieß es in einem Marktbericht der Commerzbank. "Somit bleiben die Spannungen zwischen den einzelnen Ländern bestehen, was eine jeweils angemessene Geld- und Währungspolitik ist. Gold dürfte daher von den Anlegern weiter nachgefragt bleiben."

Die Erklärung der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer wurde Analysten zufolge als Hinweis für einen weiterhin schwachen Dollar interpretiert. Die US-Währung fiel zu Wochenbeginn auf ein neues 15-Jahres-Tief von 80,42 Yen. "Die Leute verkaufen nach dem G20-Treffen noch immer den Dollar, und das schafft Aufwärtsdruck an den Rohstoffmärkten", sagte Analystin Michelle Kwek von Informa Global Markets.

Für viele Investoren gilt Gold als Schutz gegen einen schwachen Dollar. Da das Edelmetall wie andere Rohstoffe auch auf dem Weltmarkt in Dollar abgerechnet wird, verbilligt ein schwächelnder Greenback zudem Gold, Kupfer und Co und treibt damit tendenziell die Nachfrage nach oben. Die Folge sind steigende Preise.

Die Feinunze Gold verteuerte sich um 1,4 Prozent auf 1345,25 Dollar und holte damit in etwa ihre Verluste vom Ende vergangener Woche wieder auf. Palladium kostete mit bis zu 617,50 Dollar je Feinunze so viel wie zuletzt im Juni 2001. Der Silberpreis stieg um zwei Prozent auf 23,71 Dollar je Feinunze, die gleiche Menge Platin wurde mit 1699,67 Dollar 1,9 Prozent höher gehandelt.

Der Kupferpreis erhielt laut Händlern noch zusätzlichen Rückenwind von fallenden Lagerbeständen an der Londoner Metallbörse LME und einer starken Nachfrage im größten Verbraucherland China. Die Nachfrage nach raffiniertem Kupfer stieg nach Reuters-Berechnungen auf der Basis offizieller Daten im September um 3,3 Prozent an. Die Tonne Kupfer war am Montag mit bis zu 8549 Dollar so teuer wie zuletzt Anfang Juli 2008.

Auch der Ölpreis profitierte Händlern zufolge vom anhaltend schwachen Dollar. Das Fass US-Öl der Sorte WTI verteuerte sich um 0,9 Prozent auf 82,44 Dollar, der Preis für ein Barrel Nordseeöl der Sorte Brent stieg um 0,6 Prozent auf 83,52 Dollar.

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