Parität in Sicht
Kanadischer Dollar gewinnt kräftig

Im Vergleich zum US-Dollar steigt der kanadische „Loonie“ nun auf den höchsten Stand seit 30 Jahren. Der starke Dollar an sich ist nicht negativ, aber die Geschwindigkeit, mit der er das Hoch erreichte, bereitet der exportorientierten Industrie Sorgen. Hinter der starken Währung stehen hauptsächlich die Rohstoffpreise.

OTTAWA. Die Finanzmärkte werden genau beobachten, wie Kanadas Notenbank am heutigen Dienstag ihre Zinsentscheidung begründet. Erwartet wird, dass der Leitzins bei 4,25 Prozent verbleibt. Analysten schließen aber nicht aus, dass die Bank of Canada Sorgen wegen der Inflationsrate äußert und auch das Wirtschaftswachstum thematisiert, das ihre Prognosen übertrifft. Beides könnte auf eine spätere Zinserhöhung hinweisen und dem kanadischen Dollar weiteren Auftrieb geben.

Am Freitag schloss der Can-Dollar mit 92,64 US-Cents, nachdem er vorübergehend gar mit 92,80 Cents gehandelt worden war. Dies ist der höchste Stand seit fast 30 Jahren. „Der Can-Dollar hat noch Spielraum, in dieser Woche in den Bereich von 93 bis 95 US-Cents zu steigen", meinte David Watt, Währungsstrage bei der RBC-Bank in Toronto. „Wir glauben nicht, dass die Zinsen jetzt verändert werden. Die Frage ist, wie stark sie eine Zinserhöhung signalisieren wird.“ Neben der Erklärung der Bank kann am Donnerstag die Bekanntgabe des Wirtschaftswachstums im ersten Quartal den Can-Dollar beeinflussen.

Seit Frühjahr 2002, als der „Loonie", wie die Kanadier ihren Dollar nennen, das historische Tief von 62 US-Cents erreicht hatte, ist er gegenüber dem US-Greenback um rund 50 Prozent gestiegen. Bemerkenswert ist auch der Zuwachs seit Jahresbeginn von etwa acht Prozent. „Die starke Währung als solche ist kein Grund zur Sorge", urteilt Douglas Porter, Vize-Chefökonom bei BMO Nesbitt-Burns. „Beunruhigend ist der schnelle Anstieg." Kanada ist exportorientiert und ein weiterer Wertzuwachs könnte die Exportchancen dämpfen und das produzierende Gewerbe in Ontario und Quebec belasten.

In Kanada wird inzwischen gar von Parität mit dem US-Dollar gesprochen. Es wäre erstmals seit November 1977, dass beide Währungen auf gleichem Niveau lägen. „Ich sehe die Parität nicht. Ist sie möglich? Ja. Ist sie wahrscheinlich? Nein", sagt Watt. „Ich kann die Parität nicht ausschließen, aber sie würde nicht sehr lange halten", meint auch Porter. BMO sieht den Can-Dollar im zweiten Quartal bei 91 Cents, in den nächsten Quartalen bei 93 und 94 Cents. Auch Währungsanalyst Dale Orr von Global Insight in Toronto hat die Prognose für die durchschnittlichen Dollarkurse angehoben, sieht den Can-Dollar im Schnitt jedoch unter dem jetzigen Niveau - bei 87,9 US-Cents in 2007 und 89,1 Cents in 2008.

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