Pfund überholt Yen
Das britische Pfund ist gefragt wie selten zuvor

Zentralbanken vom Oman bis zur Ukraine stocken derzeit ihre Bestände an britischem Pfund auf. Die Notenbanken haben ihre Pfund-Sterling-Positionen per Ende März auf insgesamt 115 Mrd. Dollar (90 Mrd. Euro) erhöht, was vier Prozent der gesamten Devisenreserven entspricht.

HB LONDON. Das ist der höchste Stand seit der Internationale Währungsfonds (IWF) 1999 mit der Veröffentlichung der Daten begann.

Die Käufe der Zentralbanken haben auch dazu beigetragen, dass die britische Währung gegenüber dem Dollar im ersten Halbjahr den größten Anstieg seit 16 Jahren verzeichnete. Sie legte zwischen Januar und Juni 7,4 Prozent zu. Die Devisenkäufe helfen auch der britischen Volkswirtschaft, weil dadurch die britischen Anleiherenditen niedrig gehalten werden.

„Das britische Pfund ist sehr attraktiv, weil es einen guten Ertrag bei den Zinsen bietet“, sagte Hamoud Al Zadjali, Präsident der Zentralbank Oman zu Bloomberg. Oman hält fünf Prozent seiner Devisenreserven von 4,7 Mrd. Dollar in britischen Pfund. Die Währung hat im Dezember den Yen als drittwichtigste Reservewährung nach Dollar und Euro abgelöst. Angeschoben wird die Nachfrage nach Pfund Sterling von Zentralbanken, in erster Linie aus Schwellenländern. China, Ölexportnationen wie Russland und andere Schwellenländer halten mittlerweile 2,9 Billionen Dollar an Devisenreserven, was etwa zwei Drittel der Gesamtsumme ausmacht. Auf sie entfiel fast das gesamte Wachstum seit 2004, geht aus Analysen der Deutschen Bank AG hervor. Das Pfund Sterling ist attraktiv, weil es der Regierung unter Tony Blair gelungen ist, die Inflation zu bremsen und das Wirtschaftswachstum anzuschieben. Die Teuerungsrate lag seit Mai 1997 im Schnitt bei 1,4 Prozent. Das Wirtschaftswachstum war mit 2,3 Prozent im ersten Quartal höher als der Durchschnitt im Euroraum.

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