Platin auf Allzeithoch
Ölpreis setzt Höhenflug fort

Der Ölpreis hat seinen Höhenflug am Donnerstag fortgesetzt. Mit 87,78 Dollar notierte US-Leichtöl am Mittag leicht über dem Vortagesschluss und in greifbarer Nähe des am Mittwoch erreichten Höchststandes von 89 Dollar. Auch Gold wurde nur knapp unter der Rekordmarke der vergangenen Tage gehandelt. Platin erreichte ein neues Allzeithoch, während sich Kupfer erneut verbilligte.

HB FRANKFURT. Die weltpolitische Lage ist der Grund für die sehr hohen Ölpreise“, sagte ein Öl-Funktionär des Iran, des zweitgrößten Ölförderers unter den Opec-Staaten. Dennoch gebe es keine Veranlassung, die Fördermenge über das angekündigte Volumen von 500 000 Fass täglich hinaus zu erhöhen. Ähnlich wie US-Leichtöl verteuerte sich Öl der Sorte Brent leicht auf 83,33 Dollar. Seit Jahresbeginn hat sich Öl um knapp die Hälfte verteuert, was Marktbeobachter mit relativ niedrigen Lagerbeständen, dem schwachen Dollar und den Spannungen in der Golfregion begründen. Erst am Mittwoch hatte das türkische Parlament der Regierung den Weg für Militäroperation gegen kurdische Rebellen im ölreichen Nordirak geebnet.

Wie sich der Ölpreis in den kommenden Wochen entwickeln wird, darüber herrscht unter Experten Uneinigkeit. Manche gehen von einer baldigen drastischen Korrektur aus. „Wir denken, dass die derzeitige Reaktion des Ölpreises völlig überhitzt ist“, schrieb etwa die Commerzbank in einem Marktkommentar. Mögliche Angebotsstörungen durch die Lage im Nordirak würden überbewertet. „Sollte sich die Nachrichtenlage wieder beruhigen, wird das kurzfristige spekulative Interesse schnell aus dem Markt rausgehen.“ Andere Analysten erwarten hingegen einen weiteren Anstieg der Preise. „Die Frage scheint nicht mehr zu lauten, ob Öl die 100-Dollar-Marke erreicht, sondern wann“, heißt es in einer Studie von Barclays Capital.

Angesichts der Sorge über mögliche türkische Militäraktionen im Nordirak stieg auch der Preis des als sichere Anlage geltenden Gold. Das Edelmetall verteuerte sich um knapp ein Prozent auf 760 Dollar je Feinunze. Das vor kurzem erreichte 28-Jahres-Hoch liegt bei 766,60 Dollar. Das in der Herstellung von Schmuck und Autokatalysatoren eingesetzte Platin erreichte mit 1 450 Dollar ein Allzeithoch, was Börsianer mit der Schließung zweier südafrikanischer Minen in Zusammenhang brachten. „Derzeit gehen wir davon aus, dass dem Markt in diesem Jahr 100 000 Unzen fehlen, weshalb die Preise wohl hoch bleiben werden“, sagte Metallanalyst Michael Widmer vom Bankhaus Calyon.

Der in den vergangenen Wochen deutlich gestiegene Preis für Kupfer - das wichtigste der Industriemetalle - gab am Donnerstag leicht auf 7955 Dollar je Tonne nach. Dafür machten Händler steigende Lagerbestände verantwortlich. Hingegen verteuerte sich Blei um 1,1 Prozent auf 3605 Dollar. Die Gewinnmitnahmen der vergangenen Tage seien wohl etwas übertrieben gewesen, sagte Eugen Weinberg von der Commerzbank. „Noch nicht jeder hat mitbekommen, dass das Metall nicht mehr ganz so knapp ist wie zuletzt.“ Der Bleipreis hatte vergangene Woche ein Allzeithoch von 3890 Dollar erreicht.

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