Platn auf 23-Jahres-Hoch
Gold wird noch teurer

Gold hat am Montag den höchsten Stand seit beinahe acht Jahren markiert. Ein sich weiter abschwächender Dollar sowie starke technische Indikatoren seien für die Aufwärtsbewegung verantwortlich gewesen, erklärten Händler, die mit einem weiteren Anstieg in den nächsten Tagen rechnen.

HB LONDON. „Wir haben eine Situation, bei der für internationale Investoren durch den fallenden Dollar der Gold-Preis relativ gesehen attraktiver wird“, sagte Stefan Schilbe, Chef-Volkswirt von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Da Gold in Dollar gehandelt wird, bedeutet eine schwächere US-Devise einen attraktiveren Preis für Anleger ausserhalb des Dollar-Währungsraumes.

Ein Analyst erklärte auch, Gold habe Widerstände durchbrochen. „Der Widerstand bei 405/406 (je Feinunze) hat sich in eine Unterstützung gewandelt“. Gold könnte nun den Widerstand bei 410 Dollar ansteuern, so ein Händler.

Gold notierte zum europäischen Geschäftsschluss bei 406,25/406,95 Dollar nach 402,15/402,90 Dollar am Freitagabend. Im Verlauf hatte das gelbe Metall bei 409,10 Dollar den höchsten Stand seit Februar 1996 markiert, bevor etwas Gewinnmitnahmen einsetzten. Das Nachmittagsfixing in London erfolgte bei 406,15 Dollar nach 408,75 Dollar am Vormittag und 402,40 Dollar am Freitagnachmittag.

Ein Ende des Höhenfluges beim Gold ist nach Expertenangaben derzeit nicht in Sicht. Börsianer rechnen wegen der anhaltend hohen US-Defizite bei Haushalt und Leistungsbilanz und der dadurch erwarteten längerfristigen Dollar-Schwäche mit einer dauerhaften Hausse bei dem Edelmetall. „Die Befürchtung vieler Anleger ist, dass man über einen dauerhaft schwachen Dollar an Kaufkraft verliert und daher zieht man Gold als alternative Anlage ins Kalkül“, sagte Volkswirt Schilbe. „Ich würde mich nicht wundern, wenn wir im kommenden Jahr Gold-Kurse in der Grössenordnung von 450 bis 480 Dollar erreichen, da von amerikanischer Seite kein Interesse an einem festeren Dollar besteht“, fügte er hinzu. Rohstoff-Experte Wolfgang Wilke von der Dresdner Bank sagte Kurszuwächse in der gleichen Grössenordnung voraus.

Auch Silber verteuerte sich und lag bei 5,48/5,50 Dollar nach 5,42/5,44 Dollar am Freitagabend. Das Fixing lautete auf 550,50 US-Cents je Feinunze und damit auf den höchsten Stand seit Oktober 1999.

Platin übertraf dank spekulativen Käufen vorübergehend die Marke von 800 Dollar je Feinunze, was zugleich ein neues 23-Jahre-Hoch bedeutete. Händler erklärten, neben der Situation auf den Devisenmärkten spiele auch die Meldung von Anglo American Platinum von vergangener Woche eine Rolle. Der weltgrösste Platinproduzent hatte sein Produktionsziel zurückgenommen. Zum Schluss in Europa wurde das Weissmetall mit 798/803 Dollar angeschrieben.

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