Pleite-Debatte

Der Eurokurs sackt deutlich ab

Erst Starks Rücktritt, dann die Gerüchte um eine Griechenland-Pleite - das ist zu viel für den Euro. Die europäische Währung verliert binnen drei Handelstagen über fünf US-Cent und fällt zeitweise unter 1,35 Dollar.
Update: 12.09.2011 - 13:11 Uhr 6 Kommentare
Eine griechische Euro-Münze: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble stellt sich angeblich auf eine Insolvenz Griechenlands ein. Quelle: dapd

Eine griechische Euro-Münze: Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble stellt sich angeblich auf eine Insolvenz Griechenlands ein.

(Foto: dapd)

FrankfurtMit ihrer öffentlichen Diskussion um eine Staatspleite Griechenlands hat die deutsche Bundesregierung am Montag den Euro weiter geschwächt. In der Spitze fiel der Euro um eineinhalb US-Cent auf rund 1,35 Dollar, den tiefsten Stand seit Februar. Innerhalb von drei Handelstagen hat die Gemeinschaftswährung damit mehr als fünf US-Cent eingebüßt - der größte Kurssturz seit der Einführung an den Finanzmärkten 1999. „Solange die Ungewissheit über Griechenland anhält, ist das eine Katastrophe für den Euro“, erklärte Sebastian Sachs, Devisenanalyst beim Bankhaus Metzler in Frankfurt. „Der Markt weiß nicht, ob es nur um Griechenland geht oder ob ein Auseinanderbrechen der Euro-Zone droht.“ Auslöser der Talfahrt am Montag waren Aussagen des deutschen Vizekanzlers und Wirtschaftsministers Philipp Rösler (FDP), der eine geordnete Insolvenz Griechenlands für denkbar hält.

Laut Medienberichten laufen im Bundesfinanzministerium Planspiele, ob und wie ein Bankrott des Landes beherrschbar wäre. Griechenlands Regierung erklärte, das Land sei noch bis Oktober zahlungsfähig. Faktisch wäre eine Staatspleite schon bald Realität, wenn Griechenland nicht die ausstehende sechste Tranche von acht Milliarden Euro aus dem 110 Milliarden Euro schweren ersten Hilfspaket seiner Euro-Partner und des Internationalen Währungsfonds (IWF) erhält. Weil das Land seine Sparzusagen bisher nicht einhalten kann, liegt die Tranche auf Eis.

Die Kosten für eine Kreditausfallversicherung (CDS) griechischer Papiere erreichten mit 3,950 Millionen Euro für fünfjährige Papiere mit einem Volumen von zehn Millionen Euro einen neuen Rekord. Die Renditen der zweijährigen griechischen Anleihen galoppierten auf über 75 Prozent. „Allerdings ist der Handel mit den Papieren äußerst zäh, so dass die Wahrheit woanders liegen dürfte, wenn man das Papier kaufen wollte - vielleicht sogar noch höher“, sagte ein Börsianer. „Die werden praktisch nicht mehr gehandelt“, fügte ein anderer hinzu.

Flucht in Bundesanleihen
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6 Kommentare zu "Pleite-Debatte: Bundesregierung schwächt Euro"

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  • Der Euro ist zur Ideologie verkommen, die Scheuklappen aufsetzt. Der Euro wird scheitern wie der Sozialismus. Ich freu mich unbändig darauf.
    Eine EUSSR als "europäisches Projekt" brauche ich auch nicht. Ich bin lieber frei, als mir von überheblichen, arroganten und ignoranten "Eliten" vorschreiben zu lassen, dass ich mein Einkommen für ein "politisches Projekt" hergeben soll.
    Wenn der deutsche Steuerzahler letztendlich kapiert, dass seine Ersparnisse schon verfressen sind, dann wird es spannend. Auch darauf freue ich mich, wenn die Merkel, der Schäuble, der Steinbrücke, etc. sich im Fernsehen hinstellen müssen und zugeben, dass die Ersparnisse weg sind. Ich klopf mir schon jetzt auf die Schenkel bei dem Gedanken.
    Merke: Den Euro in seinem Lauf halten weder Schäuble noch EZB auf!

  • Warum loest man den Euro nicht aus den Schulden der Eurostaaten heraus indem die Schulden der jeweiligen EU Staaten ausschliesslich in einer neu (-wieder) einzufuehrenden Landeswaehrung gehalten werden koennen/duerfen. Der Euro koennte sich somit vielleicht als erste Waehrung ohne direkte nationalstaatliche Einflussnahme weltweit positionieren. Die schon diffamierende Polarisierung zwischen den "Nordstaaten" und den "PIGS" haette ein Ende. Jedes Land haette die Freiheit und mehr Moeglichkeiten seine Volkswirtschaft in Ordnung zu bringen und erst dann auf die Landeswaehrung zu verzichten wenn es den Stabilitaetskriterien tatsaechlich auch entsprechen kann - und will. Das verkrampfte Festhalten an Idealvorstellungen und einmal getroffenen Entscheidungen erinnert mich an die Aussage von Erich Honecker kurz vor dem Mauerfall; "Vorwaerts immer - Rueckwaerts nimmer".

  • .
    Klasse !
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  • In GR fast ungeschmälerte Rente mit 50 (falls man so lange durchhält), In D demnächst bis 70 arbeiten, dann Rente mit großen Abschlägen; unser Geld nach GR, wo man ungeniert Gold kauft und bunkert; und Regierung und Medien spielen die drei Affen: nichts sehen, nichts hören, nichts sagen. Und Bunga-Bunga-Land wird nebenbei noch mit finanziert, nebst weiteren. Aber die Zahlerländer in D (BY, BW und Hessen) finanzieren ja schon seit Jahrzehnten den sexy Rest der Republik, warum nicht gleich dann ganze sexy Europa. Nur dass man für das Spendieren noch verlacht bis verachtet wird, ist schon makaber.

  • ---@ Euro-Romantiker mit griechischen Wein im Blut und der Denke der übervorletzten Generation.

    Mein Spruch war von Anfang an,

    ## Schmeißt die Griechen aus dem € ###

    Wie man sieht, ich hatte Recht damit und Euer Traum von Groß Euro-Dt. träumt sich gerade aus.

    Was kommt ist ein € unter Partnern (also die die leistungsbereiten Nordländer) auf die schmarotzenden Dolce-Vita Staaten wird man gerne verzichten können / müssen.

    Dt. wird dann allerdings nur noch ein Partner sein, kein Herrscher im Euro-Raum. Schade eigentlich für die Träumer hier, die immer noch davon träumen, dass Dt. Europa beherrschen will. Aber dafür werden wir mit neuen Innovationen unsere Zukunft gestalten.

    Hoffentlich danken die Totengräber unserer Zukunft endlich ab.

  • Das der Euro fällt hängt schon mit dem Rücktritt von deutschem Supermann, aber nur weil jetzt offenbar wird dass die deutsch-französische Achse endlich einen Riss bekommen hat.
    Wir wollen hoffen dass in Zukunft die Eurozone demokratisch geführt wird und nicht vom Duo Infernal "D+F" der nur seine Vorteile im Auge hat und im allgemeinen Interesse.

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