Politik
Liberia hebt Handelsverbot mit Diamanten auf

dpa-afx MONROVIA/NAIROBI. Nach einem sechsjährigen Embargo hat Liberia das Handelsverbot mit Diamanten aus dem westafrikanischen Land aufgehoben. Von diesem Montag an dürfen wieder Lizenzen für Abbau und Handel beantragt werden, teilte die Regierung in Monrovia mit. Die Vereinten Nationen (UN) hatten 2001 ein Embargo verhängt, da sie den damaligen Präsidenten Charles Taylor verdächtigten, mit den Erlösen der "Blut-Diamanten" Bürgerkriege und Konflikte in den umliegenden Ländern wie Sierra Leone zu finanzieren. In der Folge hatte auch Taylor selbst ein Moratorium verhängt, offenbar um Willen zur Zusammenarbeit mit der internationalen Gemeinschaft zu zeigen.

Dank der Fortschritte unter Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf hatten die UN ihr Moratorium bereits im April aufgehoben. Johnson- Sirleaf wurde vor eineinhalb Jahren nach dem Ende des Bürgerkriegs zum Staatsoberhaupt gewählt. Sie will mit den Einnahmen die Armut im Land bekämpfen. Liberia leidet unter den Folgen des 14 Jahre dauernden Bürgerkriegs, in dem es vor allem um die Kontrolle über den illegalen Diamantenhandel ging.

Die Regierung in Monrovia sicherte zu, Liberia werde die im so genannten Kimberley-Prozess festgelegten Kriterien einhalten, mit denen die Herkunft von Rohdiamanten überprüft und zertifiziert wird. Im Kimberly-Prozess sind 71 Länder sowie alle wichtigen Zentren für Förderung, Verarbeitung und Handel mit Diamanten vertreten. Er war 2000 unter der Schirmherrschaft der UN in der südafrikanischen Diamantenstadt Kimberley ins Leben gerufen worden.

Im vergangenen Juni hatte der UN-Sicherheitsrat bereits das Embargo für die Ausfuhr von Tropenholz aufgehoben. Taylor muss sich derzeit wegen Kriegsverbrechen im benachbarten Sierra Leone vor einem Sondergericht in Den Haag verantworten.

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