Politische Krise in der Türkei
Türkische Lira befindet sich auf Erholungskurs

An den türkischen Finanzmärkten zeichnet sich nach der Aussicht auf Neuwahlen eine Entspannung ab.

HB ISTANBUL. Die türkische Lira lag am Mittwochmorgen im Interbanken-Handel bei 1,3520 Lira je Dollar, nachdem sie am Dienstag noch mit 1,3845 Lira geschlossen hatte.

Die politische Krise hatte sich zuvor auch am Aktienmarkt widergespiegelt und dort die stärksten Kursverluste seit knapp einem Jahr verursacht. Grund war der Streit um die Präsidentenwahl und die Furcht vor dem Eingreifen des Militärs. Die Citigroup hatte sich daraufhin drastisch pessimistischer zum türkischen Aktienmarkt geäußert und ihre Empfehlung auf „untergewichten“ von „übergewichten“ zurückgenommen.

Am Dienstagabend hatte dann aber Ministerpräsident Tayyip Erdogan eine Neuwahl des Parlaments in Aussicht gestellt, um die Krise des Landes zu lösen. Zuvor hatte das Verfassungsgericht eine Abstimmung im Parlament für ungültig erklärt, bei der Außenminister Abdullah Gül zum Präsidenten gewählt werden sollte.

Die Personalie war ausschlaggebend für die Krise und den Protest von rund einer Million Menschen in Instanbul gewesen: Kritiker werfen der Regierungspartei AKP um Erdogan vor, den EU-Beitrittskandidaten islamisieren zu wollen.

Volkswirte äußerten sich am Mittwoch aber zurückhaltend: Die politische Krise sei noch nicht völlig überstanden, sagte etwa Inan Demir von der Finansbank. Vorgezogene Wahlen könnten aber positiv für die Märkte sein und das Risiko von Konflikten zwischen Militär und Regierung reduzieren.

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