Potenzial nach oben ist ausgereizt: Chartkommentar: Mittelfristig drohen Euro weitere Rückschläge

Potenzial nach oben ist ausgereizt
Chartkommentar: Mittelfristig drohen Euro weitere Rückschläge

Langfristig hat der Euro Potenzial für neue Hochs. Auf mittlere Sicht sind aber weitere Rückschläge zu erwarten.

BAD HOMBURG. Anfänglichen Zweifeln zum Trotz kann der Euro auf einen inzwischen mehr als drei Jahre währenden Anstieg zurückblicken. Erinnerungen an die starken Zeiten der D-Mark werden wach. Wird die Gemeinschaftswährung ein würdiger Nachfolger? Langfristig betrachtet ist dies aus technischer Sicht mit einem „Ja“ zu beantworten.

Auf Sicht der kommenden Wochen und Monate allerdings dürfte es schwer fallen, dass der Euro sein vorgelegtes Tempo nach oben durchhält. Dies schließt zwar ein kurzfristiges „Überschießen“ und neue Hochs in Richtung 1,32 bis 1,34 Euro nicht aus. Dennoch ist eine anschließende über mehrere Wochen und Monate anhaltende, von Konsolidierung geprägte Grundtendenz wahrscheinlich.

Einerseits hat die Rally der letzten Jahre sichtbare Spuren in der Markttechnik hinterlassen. Die Tages- und Wochenindikatoren sind auf breiter Front stark überhitzt; es kam hier zu negativen Divergenzen. Zudem wurden die jüngsten Hochs des Euros von mehreren dieser Instrumente nicht mehr bestätigt. Das mahnt zur Vorsicht.

Nach dem Regelwerk der „Elliott Waves“ befindet sich der Euro-Kurs gegenwärtig in der Endphase der Kernimpulswelle III. Dieser folgt die Korrekturwelle IV. Sie ist gegen den Haupttrend gerichtete und in der Regel von zwei Abwärtsschüben gekennzeichnet. In deren Folge ist ein nochmaliger Rückzug bis auf die Unterstützungen von 1,19 $, im Extremfall aber auch bis auf 1,10 $ möglich – ohne an dem überlagernd intakten Aufwärtstrend ernsthaft zweifeln zu wollen.

Vor diesem Hintergrund ist der weitere Anstieg des Euros für den Rest des Börsenjahres begrenzt. Entscheidend ist, dass mit Hilfe der genannten Unterstützungen Aussicht auf Stabilisierung und anschließende Fortsetzung des positiven Basistrends besteht. Zu den gegenwärtig geführten Diskussionen, ob eine dauerhaft starke Währung ein Fluch oder Segen für eine Volkswirtschaft ist, bleibt nur der Verweis auf die Erfahrungen mit der D-Mark. Deutschland brachte es – auch mit einer starken Währung – zum Exportweltmeister.

Marcus Metz arbeitet bei der Staud Research GmbH in Bad Homburg.

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