Preis für Feinunze seit Jahresbeginn um 20 Prozent gestiegen
Vorsicht bei der Goldhausse

Der aktuelle starke Höhenflug an den globalen Goldmärkten dürfte nur auf kurze Sicht anhalten. Investoren mit großen Positionen in Gold begeben sich in eine gefährliche Lage, warnen Analysten.

DÜSSELDORF/LONDON. „2006 wird der Inflationsdruck schwinden“, schreibt Sebastian Paris-Horvitz, Chefvolkswirt der Fondsgesellschaft Axa Investment Managers in einer neuen Studie. Investoren mit großen Positionen in Gold begäben sich damit in eine gefährliche Lage. Auch Tim Bond, Chefstratege bei Barclays Capital, geht davon aus, dass wenn der Ölpreis weiter sinkt und damit die Inflationsgefahren abnehmen, der Goldpreis kaum seinen kräftigen Anstieg fortsetzten wird.

Auch wegen der bis zum Sommer stark steigenden Ölpreise hatten die Zentralbanker in den USA und Europa zuletzt deutlich vor Gefahren für die Preisstabilität gewarnt. Die Entwicklung am Goldmarkt gilt als guter Indikator für Anlegersorgen um eine zu starke Teuerung. Die Investoren flüchten in Inflationszeiten in das Gold und nutzen das Edelmetall als Wertaufbewahrungsmittel. Vergangene Woche erst hatte die Goldnotierung erstmals seit 1987 die Marke von 500 Dollar je Feinunze (etwas 31 Gramm) durchbrochen. Zum Jahresanfang pendelte der Preis noch um die 420-Dollar-Marke, das bedeutet einen Anstieg um rund 20 Prozent. Zum Vergleich: Noch 2001 notierte der Goldpreis mit weniger als 257 Dollar auf dem niedrigsten Stand seit 22 Jahren und damit bei knapp der Hälfte der jetzigen Preisniveaus.

Allein in der Novemberwoche, die am 22. November endete, seien die spekulativen Zuflüsse auf den Goldmarkt um 25,7 Prozent gestiegen, sagt Maxine Koster, Analystin bei Credit Suisse First Boston. Vor allem führten die Inflationsängste der Marktteilnehmer und die eher instabilen großen Währung auf kurze Sicht zu einer anhaltenden Hausse beim Gold, ist Paris-Horvitz überzeugt. „Der jüngste Anstieg des Goldpreises und die derzeitige starke Spekulation bedeuten ein Risiko für die Zukunft.“

Gold biete eine interessante Alternative zu Devisenmarktinvestitionen. Alle drei wichtigen weltweiten Währungen, würden derzeit ein Phase der strukturellen Schwäche durchmachen, schreibt der Experte von Axa Investment Managers. Während der Dollar zwar höhere Renditen als Euro und Yen böte, belasteten die Ungleichgewichte in Leistungsbilanz und Staathaushalt die US-Währung. Dagegen werde die europäische Gemeinschaftswährung durch das schwache Wirtschaftswachstum in der Euro-Zone nach unten gezogen. Bei der japanischen Währung Yen spiele bei den Investoren noch die Sorge um eine deflationäre Preisentwicklung mit.

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