Preis stabilisiert sich bei 1 000 Dollar: Anleger spekulieren auf höhere Platin-Kurse

Preis stabilisiert sich bei 1 000 Dollar
Anleger spekulieren auf höhere Platin-Kurse

Der Platinpreis hat erstmals seit Oktober 2008 zeitweise wieder die Marke von 1 000 Dollar übersprungen.

KAPSTADT/DÜSSELDORF. Diese Entwicklung überrascht selbst Experten, denn vor allem die schlechten Nachrichten aus der Automobilindustrie haben die Aussichten für das Edelmetall eingetrübt. Immerhin fragt die Branche 60 Prozent des weltweit geförderten Platins nach; pro Autokatalysator werden drei bis sechs Gramm benötigt. Der Preisanstieg wird daher mit einiger Skepsis gesehen.

"Die Automobilindustrie ist zum Teil Ende des Jahres selbst als Verkäufer aufgetreten", sagt Andreas Daniel, Chefhändler bei der Heraeus Metallhandelsgesellschaft GmbH in Hanau. Dies habe den Preis extrem nach unten gezogen. Noch Anfang Dezember kostete eine Feinunze Platin (rund 31,1 Gramm) weniger als 800 Dollar. Auf diesem Niveau habe es vermehrt Stimmen von den Produzenten gegeben, dass man sich auf Höhe der Produktionskosten befinde - dies habe dem Markt schon etwas Unterstützung gegeben.

"Ein Preis von unter 1 000 Dollar wird von Industrien wie Schmuck, Chemie, Glas und Elektronik durchaus als Kaufniveau angesehen", erklärt Daniel den Preisanstieg. Allerdings sei das Interesse aus der Industrie bisher eher verhalten gewesen. Der jüngste Preisanstieg könnte daher durchaus auch spekulativ getrieben sein. "Wie nachhaltig die Erholung ist, wird sich in den nächsten Wochen herausstellen", sagt Daniel. Von dem letztjährigen Allzeithoch von über 2 300 Dollar ist das Edelmetall jedenfalls noch weit entfernt. Vor allem der festere Dollar-Kurs hat den Preis zuletzt gebremst; gestern notierte Platin bei 940 Dollar.

Die Experten der Commerzbank erklären die plötzliche Erholung des Edelmetalls vor allem damit, dass der vorangegangene Preiseinbruch übertrieben war. So billig wie Anfang Dezember war Platin zuletzt Mitte 2004. Wegen seines starken Einsatzes in der Autoindustrie, aber auch in der Elektro- und Elektronikbranche gilt Platin inzwischen eher als Industrie- denn als Edelmetall. Daher herrsche am Markt Optimismus, "dass die in die Wege geleiteten Rettungsmaßnahmen für die US-Automobilindustrie und die Reihe von immensen Konjunkturpaketen weltweit mittelfristig zu einer Erholung der Nachfrage nach Platin führen werden", schätzt die Commerzbank.

Zudem tragen die Produzenten zu einer Stabilisierung, wenn nicht sogar leichten Preiserholung bei. Anglo American etwa, der weltgrößte Platin-Produzent, hat Ende des Jahres bereits eine Verringerung der Investitionen um mehr als die Hälfte auf 4,5 Mrd. Dollar angekündigt. "Angesichts der schnellen Veränderung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen mussten wir entschiedene Maßnahmen einleiten", begründete Konzernchefin Cynthia Carroll den drastischen Schritt.

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