Preisanstieg
Kupfer bleibt vorerst knapp

Der Kupferpreis ist zuletzt kräftig in die Höhe geschossen. Hauptgrund für den erneut starken Anstieg ist Chinas anhaltend großer Hunger nach dem Leitmetall und die niedrigen weltweiten Vorräte. Sie könnten derzeit die globale Nachfrage gerade einmal für vier Tage decken.

BUENOS AIRES. Der Preis für Kupfer zur Lieferung in drei Monaten stieg an der London Metal Exchange (LME) zwischenzeitlich bis auf 7 950 Dollar je Tonne auf den höchsten Wert in sieben Monaten. Hauptgrund für den erneut starken Anstieg ist die hohe Nachfrage aus China sowie die niedrigen weltweiten Vorräte, die derzeit die globale Nachfrage gerade einmal für vier Tage decken könnten.

Chinas anhaltend großer Hunger nach dem Leitmetall, das etwa für Drähte, Kabel und Schienen in elektronischen Geräten, Heiz- oder Kühlschlangen in Autos eingesetzt wird, dürfte nach Meinung von Analysten auch über die nächsten Jahre hinweg für hohe Preise sorgen, wenn auch wahrscheinlich auf einem deutlich niedrigeren Niveau als derzeit. Die meisten Analysten sehen den Preis in den nächsten Monaten auf etwa 6 000 Dollar pro Tonne sinken, was gegenüber historischen Durchschnittswerten immer noch relativ hoch ist.

Das Jahr hatte mit niedrigen Preisen begonnen, da die Vorräte etwas angewachsen waren und der Markt zudem auf ein Ende des Kupferbooms spekuliert hatte. Doch sobald der Preis deutlich zu sinken begann, stiegen die Chinesen wieder ein und begannen, sich mit dem begehrten roten Metall einzudecken. „Bei den chinesischen Importen, die wir jetzt sehen, handelt es sich um Kupfer, das zwischen Dezember und Anfang Februar gekauft wurde, als der Preis sehr viel niedriger war“, weiß David Thurtell, Rohstoffanalyst von BNP Paribas in London. „Jetzt steigen die Preise wieder auf die Höchstwerte vom vergangenen Jahr, womit die chinesischen Kupferimporte wieder runtergehen dürften.“ China habe jetzt genügend Vorräte, um abwarten zu können.

Allerdings werde Peking wieder einsteigen, sobald die Preise wieder fallen, meint Thurtell. „Ab etwa 5 800 Dollar bis 6 000 Dollar je Tonne dürfte China wieder einsteigen und dafür sorgen, dass die Preise nicht unter dieses Niveau sinken.“ Tendenziell preisbelastend dürfte eine aller Voraussicht nach steigende Minenproduktion wirken.

Auch die nicht unerheblichen Probleme am US-Immobilienmarkt werden eher als negativer Faktor für Kupfer gesehen. „Neue Minenprojekte integrieren sich in den Markt, und das bedeutet, dass der Markt Richtung eines Angebotsüberschusses geht“, meint Jon Barnes von CRU in London. Die Analysten von Goldman Sachs erwarten für 2007 noch ein Defizit und dann erst 2008 einen leichten Überschuss. „Wir sind nicht überzeugt, dass alle Expansionspläne realisiert werden“, heißt es dort. Als Gründe werden zum einen hohe Kosten für Inputs wie Maschinen oder Arbeitskräfte und außerdem geologische Beschaffenheiten, welche die Produktion erschweren, genannt. Schließlich werden auch politische Risiken - zum Beispiel im Kongo - angeführt. „Wir erwarten 2007 ein bescheidenes Angebotswachstum von fünf Prozent“, heißt es bei Goldman Sachs.

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