Preisanstieg
Märkte fürchten neuen Öl-Engpass

Neue Demonstrationen und Ausschreitungen in der Golfregion haben Ängste vor Öllieferschwierigkeiten geschürt - die Preise für das schwarze Gold stiegen daraufhin deutlich.
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DüsseldorfDie Ölpreise sind am Mittwoch zum Teil deutlich gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete 103,87 Dollar, 2,24 Dollar mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 83 Cent auf 85,15 Dollar.

Die Ausweitung der Proteste in der arabischen Welt hat Investoren am Ölmarkt in Unruhe versetzt. Anleger fürchten, dass es zu Lieferschwierigkeiten kommen könnte, wenn die Demonstrationen und Auseinandersetzungen in Nordafrika und am Persischen Golf anhalten. „Der Markt ist sehr nervös“, sagte Thorbjorn Bak Jensen, Öl-Analyst bei A/S Global Risk Management Ltd.

Die arabische Welt wird seit Wochen von Demonstrationen und Unruhen erschüttert. In Ägypten und Tunesien wurden die autoritären Machthaber durch den Druck der Straße vertrieben. Auch in Bahrain und im Jemen kommt es seit Tagen zu Protesten gegen die Regierungen.

„Es ist schwierig zu sagen, ob die Länder die Lage in den Griff bekommen“, sagte Bak Jensen. Die Furcht vor Lieferschwierigkeiten hatten den Brent-Preis Ende Januar erstmals seit 2008 wieder über die psychologisch wichtige Marke von 100 Dollar klettern lassen. Das jahrzehntelang als wichtigerer Richtwert wahrgenommene US-Öl WTI blieb deutlich billiger. Im Moment sei rund ein Viertel der Preisdifferenz auf die Ängste rund um den Nahen Osten zurückzuführen und drei Viertel auf die überquellenden Vorratslager in den USA, sagte LBBW-Rohstoffanalyst Frank Schallenberger in einem Interview mit Reuters Insider. Über 20 Dollar dürfte die Preisdifferenz seiner Einschätzung nach wohl eher nicht gehen. „Fünfzehn, sechzehn
Dollar sind schon das höchste der Gefühle, es wird peu a peu zurückgehen“, sagte Schallenberger.

Die am Nachmittag veröffentlichten Daten zu den US-Rohöllagerbestände bewegten den Markt hingegen kaum. Laut Daten des Energieministeriums waren die Bestände um 0,9 Millionen Barrel auf 345,9 Millionen Barrel gestiegen. Die Benzinbestände hatten sich um 0,2 Millionen auf 241,1 Millionen Barrel erhöht. Die Destillate-Vorräte (Heizöl, Diesel) waren hingegen um 3,1 Millionen auf 161,3 Millionen Barrel zurückgegangen.

 Der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ist ebenfalls gestiegen. Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Mittwoch kostete ein Barrel am Dienstag im Durchschnitt 99,00 Dollar. Das waren 76 Cent mehr als am Montag. Die Opec berechnet ihren Korbpreis täglich auf Basis von zwölf wichtigen Sorten des Kartells.

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