Preise bleiben wegen großer Nachfrage und knapper Kapazitäten auf hohem Niveau – Warnung vor Engpässen im Winter
Opec erwägt Anhebung der Ölförderung

Trotz möglicherweise steigender Förderung bleibt Rohöl nach Experteneinschätzung teuer. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) deutete gestern an, die Produktion nach dem nächsten Treffen der Mitglieder im September auszuweiten. Branchenfachleute äußerten aber Skepsis. Die Nachfrage sei anhaltend hoch, die Kapazitäten seien dagegen knapp.

DÜSSELDORF. Das europäische Brentöl kostete gestern knapp 38,80 Dollar je Barrel nach 39 Dollar am Vortag.

Opec-Präsident Purnomo Yusgiantoro sagte gestern in Indonesien: „Ja, wir werden über eine Erhöhung der Produktion und der Quoten diskutieren.“ Er fügte hinzu: „Der Ölpreis ist gestiegen, und es besteht ein Aufwärtstrend auf Grund der steigenden Nachfrage“. Die Opec-Mitglieder hatten zuletzt im Juni ihre Förderung bis an die Kapazitätsgrenze erhöht. Auf einem – kurzfristig abgesagten – Treffen in Wien sollte noch über eine weitere Erhöhung um 500 000 Barrel am Tag (ein Barrel = 159 Liter) entschieden werden. Der Beschluss wurde wegen der anhaltend hohen Preise aber ohne Treffen umgesetzt. Heute will sich der Opec-Präsident noch einmal in Wien äußern.

Die Rohölpreise verharren derweil auf hohem Niveau. Eine Entspannung ist Analysten zufolge nicht in Sicht. Die „Kapazität ist sehr ausgereizt“, sagt Mélanie Micza, Rohstoffexpertin der Commerzbank. Mit Blick auf die Angaben Yusgiantoros ergänzt sie: „Die Ankündigung soll beruhigen, aber ob es die Märkte glauben werden, bleibt abzuwarten.“

Ursache für die hohen Preise ist laut Micza nach wie vor die gute Weltkonjunktur. Vor allem in den USA, China und Indien sei die Nachfrage groß. Im Fokus der Märkte stünden daher besonders die wöchentlichen Lagerbestandsdaten aus den USA. Die Ausweitung der Opec-Förderung habe sich darin bislang nicht niedergeschlagen.

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