Preise für Platin und Silber
Rohstoffe taugen kaum als Frühwarnsystem

Allgemein gelten Preisrückgänge an den Rohstoffmärkten als erste Zeichen für rezessive Tendenzen der amerikanischen Wirtschaft. Paul Meggyesi, in London ansässiger Analyst der amerikanischen Investmentbank J.P. Morgan, kommt in einer jetzt vorgelegten Studie über die Reaktion der Rohstoffpreise und das Auftreten einer US-Rezession zu einem anderen Ergebnis.

FRANKFURT. Danach haben die fünf von ihm analysierten Rohstoffe Gold, Öl, Kupfer, Silber und Platin erst dann starke Preisverluste erlitten, wenn sich die wirtschaftliche Dynamik bereits deutlich abgeschwächt und die US-Volkwirtschaft in die Rezession abgerutscht ist. Die Preisrückgänge waren jedoch von Rohstoff zu Rohstoff unterschiedlich stark ausgeprägt.

Basis von Meggyesis Untersuchung war die Entwicklung der Rohstoffmärkte während der vergangenen vier Rezessionen in den USA. In jüngster Zeit hatten einige Marktbeobachter die starke Preiskorrektur bei Rohstoffen als Vorboten einer globalwirtschaftlichen Abschwächung gewertet. Meggyesi kommt bei seinen Untersuchungen indes zu dem Ergebnis, dass die Entwicklung der Rohstoffmärkte nicht oder in nur geringem Maße als Frühwarnsystem für eine sich verschlechternde Konjunktur dienen kann.

Es überrascht nicht, dass gerade die Preise der industriell stark genutzten Edelmetalle Platin und Silber in vergangenen vier Rezessionen in den USA die stärksten Einbrüche der fünf untersuchten Rohstoffe erlitten haben.

Der Platinpreis fiel in den zwölf Monaten nach Einsetzen der Rezession um durchschnittlich 32 Prozent, der Silberpreis verlor im gleichen Zeitraum im Mittel etwa 28 Prozent. Mit 24 Prozent war auch der Preisrückgang bei Kupfer erheblich. Weniger stark ausgeprägt waren die Preiseinbußen bei Gold (knapp neun Prozent) und Rohöl (beinahe zehn Prozent).

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%