Preise purzeln, nachdem Peking einen Importstopp verhängt hat
Streit zwischen China und Brasilien erschüttert Soja-Markt

Das Tauziehen zwischen den beiden Soja-Giganten Brasilien und China hält den Markt in Atem. Die chinesischen Behörden hatten im April einen zweimonatigen Bann für 23 brasilianische Sojabohnen-Exporteure erhoben. Damit war praktisch der gesamte brasilianische Soja-Export nach China lahm gelegt.

BUENOS AIRES. Für die Exporteure bedeutet die Maßnahme bisher Verluste in Höhe von einer Milliarde Dollar, vor allem durch den Preisverfall im Zuge des Konflikts.

Chinas Importbann ließ den ganzen Markt erzittern. Denn der Soja- Markt ist stark konzentriert. Nur drei Länder sind für 80 Prozent der weltweiten Soja-Produktion verantwortlich: Die USA und Brasilien produzieren je etwa ein Drittel, Argentinien etwa ein Fünftel der Gesamtproduktion. Auf der Abnehmerseite ist dagegen China für etwa 30 Prozent der weltweiten Sojabohnenimporte verantwortlich. Zweitwichtigster Importeur ist die Europäische Union (EU), die etwa ein Viertel aller Soja-Importe absorbiert. So ließ der Konflikt zwischen Brasilien und China die internationalen Soja- Preise purzeln. Marktteilnehmer vermuten, dass genau das die Absicht der Chinesen war.

Als offizielle Begründung für den Importstopp gab Peking an, die Sojabohnen enthielten eine ungebührlich hohe Anzahl von Sojasamen, die mit Pflanzenschutzmitteln behandelt seien. Doch Experten vermuten andere Ursachen. Denn die Verträge für die betroffenen Lieferungen wurden zwischen Dezember und März abgeschlossen, als der Preis pro Tonne Soja noch bis zu 340 Dollar betrug – im Gegensatz zu etwa 260 Dollar pro Tonne heute. Vor allem kleinere chinesischen Verarbeiter hätten sich nicht abgesichert, und als die Preise stark fielen, wussten sie nicht wie sie ihre teuren Bestellungen bezahlen sollten.

Das brasilianische Landwirtschaftsministerium schickte diese Woche eigens eine hochrangige Abordnung nach China, um den Konflikt zu lösen. Zwar erklärten brasilianische Exporteure, der Anteil der Samen in den zurückgewiesenen Lieferungen sei niedriger als es der internationale Standard verlange. Dennoch suchte Brasilien die Wünsche seines Großkunden zu erfüllen und führte noch strengere Qualitätsstandards für die Sojaexporte ein.

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