Preise steigen
Kohle weltweit stark gefragt

Der Brennstoff Kohle ist beliebter denn je. Auch im letzten Jahr stieg der Verbrauch erneut. Während die Preise anziehen, bleibt die Versorgungslage mit dem Rohstoff konstant – Öl und Gas haben sich im Vergleich stärker verteuert. Doch jetzt kommt ein weiterer Faktor ins Spiel.

DÜSSELDORF. Der Einsatz des Brennstoffs Kohle hat im vergangenen Jahr weltweit erneut stark zugenommen. Der Weltkohleverbrauch stieg um 4,5 Prozent, während der globale Primärenergieverbrauch nur um 2,4 Prozent zunahm. Nach einer Hochrechnung der BP-Gruppe betrug der Kohleanteil am Primärenergieverbrauch 28,4 Prozent und liegt damit auf dem zweiten Rang hinter Erdöl mit einem Anteil von knapp 36 Prozent. Trotz des starken Wachstums zeichnet sich aber kein physischer Versorgungsengpass bei Kohle ab.

Ein Grund für die starke Nachfrage ist, dass sich die Wirtschaftlichkeit der festen Brennstoffe verbessert hat. Denn die Substitutionsenergien Öl und Gas hätten sich überdurchschnittlich verteuert, erklärt Christof Rühl, der Anfang September zum Chefvolkswirt der BP-Gruppe in London aufrückt. Die Rohölpreise haben sich im Durchschnitt der letzten fünf Jahre mehr als verdoppelt; die Gaspreise sind um 75 Prozent geklettert, während sich im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 1996/2001 der gewichtete Wert der Kohlepreise nur um 46 Prozent erhöhte. Laut Rühl hat der Kohle-Korbpreis 2006 um 2,6 Prozent abgenommen. Die Wettbewerbsfähigkeit der Kohle zeigt sich vor allem in der Stromerzeugung. Der deutsche Grenzübergangspreis für Kraftwerkskohle (Kesselkohle) war laut Jahresbericht des Vereins der Kohlenimporteure (VdKI) sogar um fünf Prozent rückläufig.

Das zuletzt überdurchschnittliche Wachstum des weltweiten Kohleverbrauchs könnte allerdings abgeschwächt werden, wenn sich die CO2-Emissionszertifikate im internationalen Handel bei einem strengeren Klimaschutzregime verteuern sollten, erwartet der Kölner Energieprofessor Dieter Schmitt. „Durch die weltweite Expansion des Kohleverbrauchs – insbesondere China war dabei der Wachstumsmotor – ist das globale Sozialprodukt in den letzten fünf Jahren kohlendioxid-intensiver geworden“, resümiert Rühl. Doch gerade wegen des rasant wachsenden Energiekonsums in China erwarten Experten weiterhin überdurchschnittliche Absatzzuwächse bei Kohle. Die Internationale Energieagentur (IEA) in Paris rechnet im Basisszenario mit einer Wachstumsrate des Kohleverbrauchs von jährlich 1,8 Prozent bis 2030, während der globale Primärenergieverbrauch um 1,6 Prozent klettern soll.

Bei der Versorgung mit Kohle kommt dem internationalen Handel eine wachsende Bedeutung zu. Physische Versorgungsengpässe zeichnen sich nicht ab; die nachgewiesenen Vorräte reichen noch für beinahe 150 Jahre und sind im Vergleich zum Öl und Gas zudem wesentlich mehr diversifiziert. Die internationalen Handelsanteile im Geschäft mit fossilen Energien unterscheiden sich heute noch beträchtlich. Nach der Schätzung der BP-Gruppe werden 64 Prozent des Weltöls, 26 Prozent des globalen Erdgases und 15 Prozent der Weltkohle international gehandelt. Die Dynamik des Kohlehandels ist jedoch beträchtlich. Allein am Steinkohlenweltmarkt wurde laut VdKI 2006 ein weiterer Zuwachs um knapp sieben Prozent verzeichnet.

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