Preise ziehen leicht an
Ölpreise: Schrumpfende Lagerbestände stützen Erholung

Die Ölmärkte zeigen erste Anzeichen einer Erholung. Dazu trägt die Aussicht auf eine Belebung der Nachfrage in China ebenso bei wie die leicht schrumpfenden Lagerbestände. Wegen der weltweit schwachen Nachfrage erwarten Experten allerdings noch keinen starken Ausbruch der Preise nach oben.

DÜSSELDORF .Das europäische Brentöl wie auch die US-Richtmarke WTI werden in einer Spanne zwischen 41 und 45 Dollar je Barrel (159 Liter) gehandelt. Damit hat sich das Verhältnis zwischen den beiden Ölpreisen wieder deutlich verschoben. Noch Mitte Februar mussten für Brentöl rund zehn Dollar mehr bezahlt werden als für WTI, jetzt liegen die Preise nahezu gleichauf. Der zuvor gesehene Preisunterschied war ungewöhnlich, üblicherweise kostet WTI-Öl zwei bis drei Dollar mehr als Brentöl. Ein Grund für den Preisspread waren die prall gefüllten WTI-Lager in Cushing. In dem kleinen Ort im US-Staat Oklahoma befindet sich eines der größten Öllager der USA. Nun gehen dort die Bestände langsam zurück.

"Man hofft, dass bei den Lagerbeständen eine Trendwende eingeleitet wurde", sagt Eugen Weinberg, Rohstoffexperte der Commerzbank. Dora Borbély von der Dekabank erklärt die schrumpfenden Bestände mit der geringeren Ölförderung der Opec: "Die Produktionskürzungen schlagen sich jetzt in langsam sinkenden Lagerbeständen nieder." Das Produzentenkartell Opec hat seine Förderung seit September 2008 um 4,2 Mio. Barrel am Tag gekürzt, um den Preisrutsch aufzuhalten. Noch Anfang Juli war Rohöl mit gut 147 Dollar (WTI) beziehungsweise gut 142 Dollar je Barrel (159 Liter) so teuer wie nie zuvor. Die konjunkturelle Eintrübung und die daraus resultierende Nachfrageschwäche hatte die Preise dann einbrechen lassen.

Nach Einschätzung von Borbély haben die vollen Lager weltweit eine "komfortable Versorgung" signalisiert. Dies habe aber überdeckt, dass die Angebotskürzungen der Opec inzwischen höher seien als der Rückgang der Ölnachfrage. Nach Angaben des US-Energieministeriums ist allein die Nachfrage in den USA um 6,1 Prozent auf 19,42 Mio. Barrel am Tag zurückgegangen. Noch 2007 hat der weltweit größte Ölkonsument täglich rund 20,7 Mio. Barrel verbraucht.

Mit Spannung warten die Märkte daher auf das nächste Treffen des Ölkartells am 15. März. Noch ist umstritten, ob das Kartell seine Förderung weiter drosseln wird. Positiv vermerken Marktteilnehmer allerdings, dass die bisherigen Kürzungen tatsächlich auch größtenteils umgesetzt werden. In der Vergangenheit hat es häufig an der "Quotendisziplin" der Kartellmitglieder gehapert. Laut Borbély wurden die Beschlüsse zur Förderdrosselung im Januar zu gut 80 Prozent umgesetzt. Ähnlich sehe es im Februar aus.

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