Preisentwicklung
Durchatmen am Rohstoffmarkt

Die Wirtschaftskrise lässt die Rohstoff-Preise von Aluminium bis Zink einbrechen. Damit sinken in der Industrie auch die Kosten für den Einkauf von Rohöl, Gold, Industriemetallen und Agrar-Rohstoffen. Doch die Entlastung für Unternehmen und Verbraucher wird nur von kurzer Dauer sein. Ein Überblick über die aktuellen Preistrends und Prognosen.

Eisenerz fällt vom Rekordniveau

Nach sechs Jahren unaufhörlichem Anstieg ist die Verteuerung von Eisenerz zu einem vorläufigen Ende gekommen. Gestern einigten sich der Rohstoffkonzern Rio Tinto und der japanische Hüttenbetreiber Nippon Steel auf einen Preisnachlass von durchschnittlich 37 Prozent. Nach Einschätzung von Experten werden die Produzenten dem Beispiel des weltweit zweitgrößten Stahlkonzerns folgen.

Allerdings drängt Chinas Stahlindustrie auf eine stärkere Entlastung, um die Preisanhebungen der vergangenen Jahre zumindest zum Teil ausgleichen zu können. Seit dem Jahr 2003 hat sich der Preis von Eisenerz mehr als versechsfacht. Alleine im vergangenen Jahr konnten die Rohstoffkonzerne BHP Billiton, Rio Tinto und Vale eine Verdoppelung durchdrücken.

Aus Sicht des europäischen Stahlverbands Eurofer wird die Preisspirale in den kommenden Jahren weiter zurückgedreht. "Es wurden neue Kapazitäten bei der Rohstoffproduktion geschaffen, und zudem ist die Stahlnachfrage gesunken", sagt Verbandschef Gordon Moffat. Im kommenden Jahr würden die Stahlfirmen daher erneut auf Preisnachlässe drängen.

Langfristig rechnen Experten mit einem erneuten Anstieg der Kosten für Eisenerz und andere Rohstoffe. "Die Krise wird ja irgendwann enden, und dann werden vor allem China und Indien ihr starkes Wachstum fortsetzen", sagt Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg. Zudem ist die Erschließung neuer Rohstoffvorkommen in einigen Ländern auf Eis gelegt worden. Die Produktion werde relativ schnell wieder an ihre Grenze stoßen, sagt Weinberg. "Wenn man von einer allgemeinen Tendenz spricht, sollte der Großteil der Rohstoffe in den kommenden Jahren höher notieren als jetzt."

Aus Sicht von Goldman Sachs haben die Rohstoffpreise bereits ihren Boden gefunden. Bei Kupfer etwa zeichnet sich eine Erholung ab. Allerdings muss sich zeigen, wie nachhaltig diese ist. Denn nach Angaben von Marktteilnehmern hat vor allem China größere Vorräte am Markt aufgekauft, um für ein künftiges Wachstum gerüstet zu sein.

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