Preisentwicklung
Rohstoffexperten geben Entwarnung

Gewinnmitnahmen und Konjunktursorgen bremsen den zuletzt starken Anstieg der Rohstoffpreise. Doch Experten erteilen Spekulationen um eine mögliche Preisblase auf dem Markt eine Absage - Dafür sei das Anlegerinteresse zu groß und die Versorgungslage zu knapp.

LONDON/DÜSSELDORF. Die Krise an den internationalen Finanzmärkten hat auch an den Rohstoffmärkten zum Teil kräftige Preisschwankungen ausgelöst. Der viel beachtete CRB-Rohstoffindex ist von seinem Rekordhoch bei über 422 Punkten zeitweise auf unter 400 Punkte gerutscht. Erste Marktteilnehmer befürchteten bereits, dass nun eine „Preisblase“ bei den Rohstoffen platzen könnte. Doch viele Experten winkten ab.

Gegen die These einer Blasenbildung spricht auch, dass viele Rohstoffe einen Teil der Verluste bereits wieder aufgeholt haben. Kräftig gebeutelt wurde allerdings gestern erneut das Edelmetall Gold. In der Spitze der jüngsten Verunsicherung an den Finanzmärkten war es bis auf gut 1 030 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) nach oben geschossen. Gestern büßte der Kurs über drei Prozent ein und fiel zwischenzeitlich sogar unter 950 Dollar. Allerdings hat Gold bisher stark von der Krise profitiert. Es wurde seiner traditionellen Rolle als „sicherer Hafen“ gerecht und profitierte von dem Kursrutsch der US-Währung. Üblicherweise entwickeln sich Gold und Dollar gegenläufig.

Analysten in London, einem wichtigen Handelsplatz für Rohstoffe, schließen weitere Preiskorrekturen insgesamt nicht aus, bleiben aber grundsätzlich optimistisch für Rohstoffe. Grund dafür ist neben dem Anlegerinteresse die oft knappe Versorgungslage.

Jim Lennon von der Macquarie Bank verweist auf die enorm gestiegenen Zuflüsse von Anlagegeldern: „1998 dürften etwa zehn Mrd. Dollar in Indexfonds investiert gewesen sein, heute sind es über 170 Mrd. Dollar“. Davon seien allein 30 Mrd. Dollar im Januar und Februar in Rohstoffe geflossen, ein guter Teil davon entfalle auf Hedge-Fonds. Dies könnte den einen oder anderen Anleger zusätzlich verunsichern. Kevin Norrish von Barclays Capital glaubt hingegen, dass Sorgen über eine mögliche Flucht aus Rohstoffen unnötig sind. In einer Umfrage seiner Bank hätten institutionelle Anleger noch vergangene Woche bekräftigt, sie würden weiter in diesen Sektor diversifizieren – nicht zuletzt, um sich vor möglichen Inflationsrisiken und Dollarverlusten sowie weiteren Enttäuschungen an den Aktien- und Bondmärkten zu schützen.

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