Preisexplosion
Gold und Euro erklimmen neue Höhen

Der Euro hat am Mittwochabend die Marke von 1,51 Dollar übersprungen und ein neues Jahreshoch erreicht. Das Tagesplus beträgt rund 1,5 Cent. Ausschlaggebend ist der schwache Dollar, der auch den Goldpreis in neue Höhen beförderte.

HB FRANKFURT. Der Euro hat am Mittwochabend die Marke von 1,51 Dollar übersprungen und ein neues Jahreshoch erreicht. Die europäische Gemeinschaftswährung kletterte mit 1,5140 Dollar auf den höchsten Stand seit 15 Monaten. Seit Wochen kämpft der Euro mit der psychologisch wichtigen Marke von 1,50 Dollar. Sein Allzeithoch hat der Euro im vergangenen Sommer mit rund 1,6038 Dollar aufgestellt.

Analysten schließen neue Kursgewinne nicht aus. Auslöser der jüngsten Käufe seien Aussagen der US-Notenbank Fed, wonach die Dollar-Schwäche in geordneten Bahnen verlaufe. „Damit suggeriert die Fed, dass sie nichts dagegen unternehmen wird“, sagte ein Händler.

Ein weiterer Grund Grund für den anhaltend starken Euro gilt die Nullzinspolitik in den USA, die Anlagen in der US-Währung unrentabel erscheinen lässt und damit den Euro wie auch andere Währungen stützt. Am Devisenmarkt dürften im Tagesverlauf vor allem eine Reihe von Konjunkturdaten aus den USA Beachtung finden und Impulse geben. Unter anderem veröffentlicht die Universität Michigan am Nachmittag ihr Konsumklima für den Monat November.

Gestern veröffentlichte die Fed erneut eine Verbesserung des Wachstumsausblicks für die US-Wirtschaft. Die Wirtschaft erhole sich wie angenommen, heißt es in dem am Dienstag veröffentlichten Protokoll der jüngsten Notenbanksitzung. Die Risiken seien nahezu ausgeglichen. Der Arbeitsmarkt bleibe aber das Sorgenkind. Die niedrige Kapazitätsauslastung dürfte den Inflationsdruck dämpfen. Für 2009 erhöhten die Währungshüter ihre Prognose für das Bruttoinlandsprodukt (BIP). Demnach soll die US-Wirtschaft 2009 nur noch um 0,1 Prozent bis 0,4 Prozent schrumpfen. Im Juni hatte die Fed noch einen Rückgang von 1,0 Prozent bis 1,5 Prozent erwartet.

Die Fed hatte auf ihrer jüngsten Sitzung am 4. November die Wertpapierkäufe leicht verringert. Gleichzeitig hatten die Währungshüter den Leitzins in der Spanne von Null bis 0,25 Prozent belassen und signalisiert, dass die wirtschaftlichen Bedingungen für einen „längeren Zeitraum“ ein „außergewöhnlich niedriges“ Zinsniveau erforderten. Nun wurde in dem Protokoll auf mögliche Nebenwirkungen dieser Politik hingewiesen. Es bestehe die Möglichkeit, dass niedrige Zinsen auf lange Sicht eine übertriebene Risikobereitschaft an den Märkten schüren könnten. Die Notenbank hatte im Kampf gegen die Krise den Leitzins im Dezember 2008 auf den nun gültigen Korridor verringert. Vor der Krise hatte der Zinssatz im Sommer 2007 noch bei 5,25 Prozent gelegen.

Der Goldkurs steigt weiter. Neben dem schwachen Dollar sorgte auch ein Medienbericht über weitere Goldkäufe der indischen Notenbank für ein weiteres Rekordhoch. Eine Feinunze des Edelmetalls verteuerte sich auf 1 189 Dollar. Damit hat sich Gold seit Anfang November um satte 13 Prozent verteuert. „Die Nachfrage von Zentralbanken und anderen Investoren könnte den Goldpreis in den kommenden drei bis sechs Monaten auf 1 500 Dollar steigen lassen“, sagte ein Händler. Indiens Notenbank hatte erst vor wenigen Wochen mit dem Kauf von 200 Tonnen IWF-Gold den jüngsten Run auf das gelbe Metall losgetreten. Nicht auszuschließen, dass der Goldpreis bis Ende des Jahres die 1 200-Dollar-Marke überspringt.

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