Preisrunde der Mineralölwirtschaft
Benzinpreise bleiben auf Rekordniveau

Autofahren bleibt teuer: Nach einer Preisrunde unter Führung der Aral kostet ein Liter der meistgetankten Benzinsorte Super im bundesweiten Durchschnitt an Markentankstellen 1,27 bis 1,28 Euro. Ein Ende der Preisspirale ist nicht in Sicht.

HB HAMBURG. Für Diesel müssen die Autofahrer rund 1,12 Euro je Liter bezahlen, teilten Sprecher der Mineralölwirtschaft mit. Ähnliche Preise wurden auch im Juli bereits verlangt und das Niveau hat sich in der Zwischenzeit nicht nennenswert ermäßigt.

Sprecher der Unternehmen begründeten die Preisrunde mit den höheren Einkaufspreisen am europäischen Ölmarkt in Rotterdam. Dort hat sich das Benzin binnen Jahresfrist um rund 50 Prozent verteuert. Die Preissteigerungen für den Autofahrer sind geringer ausgefallen, weil zum einen der stärkere Euro etwas entlastend gewirkt hat und zum anderen der deutsche Benzinpreis überwiegend aus Steuern besteht. Dadurch schlagen steigende Einkaufspreise nur gedämpft auf den Endverbraucher-Preis durch.

Auch die Rohölmärkte eilen von Rekord zu Rekord und sind mittlerweile stabil oberhalb von 60 Dollar für ein Barrel (159 Liter) der hochwertigen Sorten WTI und Brent angelangt. Als Ursachen für die hohen Preise gelten die steigende Nachfrage aus Schwellenländern sowie knappe Raffinerie-Kapazitäten.

„Bewusste Preistreiberei“

Von den Finanzmärkten werden zudem wechselnde aktuelle Begründungen für steigende Ölpreise angeführt, die von Streiks über Wetterlagen und Unfälle bis hin zu politischen Entwicklungen reichen. Das Rohöl ist wegen seiner starken Wertentwicklung - der Preis hat sich innerhalb von sechs Jahren versechsfacht - zu einem beliebten Spekulationsobjekt an den internationalen Finanzmärkten geworden.

Angesichts der hohen Preise wiederholte der Automobilclub von Deutschland (AvD) seine Forderung nach politischen Maßnahmen gegen die „bewusste Preistreiberei“. Bundesregierung, Kartellamt und Außenminister sollten sich über wirksame Schritte zum Schutz des deutschen Energiemarktes verständigen, forderte der AvD. Einem solch bereits mehrfach geforderten „Benzingipfel“ werden jedoch keine Chancen eingeräumt, weil die Politik keinen Einfluss auf die Weltmarktpreise für Energie ausüben kann.

Auch eine ebenfalls geforderte Senkung der Öko-Steuer ist chancenlos, da im Gegenzug die Beiträge zur Rentenversicherung erhöht werden müssten. Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer um zwei Prozentpunkte würde im Gegenteil das Benzin um weitere zwei Cent je Liter verteuern.

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