Preissenkungen
Ölmarkt: Durchatmen und auftanken

Dieser Tage mehren sich die ungläubigen Blicke an deutschen Zapfsäulen: Kostete ein Liter Super Anfang Juli noch 1,60 Euro, sind es nun "nur" noch 1,44 Euro. Die Preistafeln an den Tankstellen spiegeln die Situation an den Rohölmärkten wider, die Preise sinken spürbar. Hält der Trend an, könnte die Konjunktur profitieren.

DÜSSELDORF. Die Blicke der Wartenden an den Zapfsäulen wirken eher ungläubig. "Der Preis für Benzin ist erneut gefallen", sagt der Fahrer eines Audi A8 an der Shell-Tankstelle am Stadtrand von Dortmund. "Doch wer weiß, wie lange das hält." Wie er denken viele. Keiner traut dem Preisrückgang an den Tankstellen so recht. In der Spitze kostete ein Liter Superbenzin Anfang Juli noch 1,60 Euro. Jetzt sind es mit 1,44 Euro immerhin 16 Cent weniger. Wird die Verbilligung des Treibstoffs weitergehen - oder der Trend wieder nach oben drehen?

Die Preistafeln an den Tankstellen spiegeln die Situation an den Rohölmärkten wider. Von Spitzenpreisen bis zu 147 Dollar je Barrel (159 Liter) sind die Ölpreise auf 123 Dollar zurückgegangen. Erst am Montag stoppten Rebellen den Preisrutsch mit Anschlägen auf wichtige Ölpipelines des Shell-Konzerns in Nigeria. Doch die Preisausschläge blieben begrenzt - und kurzfristig. Europäisches Brentöl kostete gestern in London wieder 123 Dollar.

Das ist aus Sicht von Chakib Khelil, Präsident der Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec), aber immer noch viel zu viel. Nach seiner Einschätzung werden die Autofahrer demnächst kräftig aufatmen können. Der jetzige Ölpreis "ist nicht normal", sagte Khelil gestern in Indonesiens Hauptstadt Jakarta. Sollte der US-Dollar weiter aufwerten und sollten geopolitische Spannungen nachlassen, erwarte er langfristig einen Rückgang des Ölpreises um 50 Dollar. Ein Barrel kostete dann nur noch gut 80 Dollar.

Der Auto Club Europa (ACE) warf den Mineralölkonzernen unterdessen vor, trotz der gesunkenen Ölpreise den Benzinpreis hochzuhalten. "Die Tankstellenbetreiber haben den jüngsten Preisrückgang beim Rohöl bislang noch nicht einmal zur Hälfte an ihre Kunden weitergegeben", kritisierte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner am Dienstag in Stuttgart.

In den vergangenen drei Wochen sei der Ölpreis um 15 Prozent gefallen - davon bekämen die Autofahrer aber nur wenig mit. Laut ACE ist ein Liter Superbenzin seit Anfang Juli um 10 Cent (minus 6,5 Prozent) billiger geworden. Der Dieselpreis sei in dieser Zeit um 9 Cent und damit um 6 Prozent je Liter gesunken. Nach Angaben des Verbands liegen die Durchschnittspreise für Diesel derzeit bei knapp 1,42 Euro und für Super bei rund 1,45 Euro.

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