Preistreiber: Steigende Erschließungskosten
Öl bleibt vorerst teuer

Am Rohölmarkt zeichnet sich noch immer keine nachhaltige Entspannung ab. Obwohl der Preis für die US-Rohöl-Richtqualität West Texas Intermediate (WTI) nach kurzem Höhenflug auf das neue Rekordhoch von 75,78 Dollar je Barrel (bisher 75,40 Dollar im Mai) auf 73,50 Dollar zurückgefallen ist, sehen Experten keinen Anlass für Entwarnung.

FRANKFURT. Im Gegenteil: Die Fachleute der US-Investmentbank Goldman Sachs – einer der größten Energiehändler überhaupt – haben jüngst ihre Langfrist-Prognose für den Ölpreis der nächsten fünf Jahre um 7,50 Dollar auf 67,50 Dollar je Barrel angehoben.

Begründet wird diese Anhebung unter anderen mit steigenden Kosten bei der Suche nach und der Exploration von auf dem Globus immer spärlicher existierenden Energievorkommen. Der Ölpreis werde die Marke von 100 Dollar je Barrel übersteigen und dann auch in den nächsten Jahren deutlich über dem aktuellen Niveau verharren, sagt Jim Rogers. Der weltbekannte Rohstoffexperte glaubt nach wie vor daran, dass der Aufwärtstrend der Rohstoffpreise in den kommenden 15 Jahren anhalten wird. Für ihn stehen Preisaufschläge außer Zweifel. „Die Überraschung für den Markt wird im Ausmaß des Preisaufschwungs liegen“, sagt Rogers.

Die bekannten geopolitischen Wirren hatten jüngst dafür gesorgt, dass der Ölpreis neue historische Rekorde erreichte. Sowohl die Gefahr von Lieferunterbrechungen in Nigeria, wo Rebellen Anschläge auf wichtige Transporteinrichtungen verübten, als auch der Atomstreit mit Iran sorgten dafür, dass spekulativ orientiertes Kapital an den Terminbörsen in Öl floss. Nachdem Vertreter der EU die mit Iran geführten Gespräche über dessen Atomprogramm als „konstruktiv“ bezeichnet hatten, schwenkte die Spekulation indes um. Eine wirkliche Entspannung am Ölmarkt sei indes nicht zu sehen, sagt Eberhard Unger, Chefanalyst von Fairesearch.

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