Preisverfall
Barclays nimmt Abschied von Rohstoffen

Rohstoffhandel finden immer mehr Banken verlustreich. Nun steigt auch die britische Barclays aus dem Geschäft aus. Die Öl- und Gassparte soll zwar bleiben, jedoch rückt der elektronische Handel in den Vordergrund.
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New YorkDie Britische Großbank Barclays hält Geschäfte mit Rohstoffen offenbar für verlustreich und will den überwiegenden Teil der Rohstoff-Aktivitäten einstellen. Damit folgt die britische Bank ähnlichen Entscheidungen von JPMorgan Chase und Morgan Stanley, die sich angesichts der sinkenden Erlöse ebenfalls aus dem Bereich zurückgezogen haben.

Das „neu fokussierte” Geschäft werde den elektronischen Handel in den Vordergrund stellen, erklärte Barclays am Dienstag in einer Mitteilung. Weitergeführt werden demnach Edelmetalle, Öl-Finanzkontrakte, US-Gas-Finanzkontrakte und Index-Produkte.

Die in London ansässige Bank hatte im Januar bereits Stellen im Bereich Rohmaterialien abgebaut - im Zuge einer Verkleinerung bei Festverzinslichen, Währungen und Rohstoffen. Zudem wurden im Februar Power-Trading-Desks in den USA und Europa geschlossen.

Die Erlöse aus dem Rohstoff-Geschäft bei den zehn größten Banken waren im vergangenen Jahr um 18 Prozent eingebrochen, wie das Analysehaus Coalition aus London im Februar mitteilte. Gleichzeitig sind die Aufseher besorgt, dass die Banken die Preise kontrollieren könnten, wenn sie die Rohstoffe sowohl besitzen als auch handeln - oder dass sie Verluste erleiden könnten, die das Finanzsystem bedrohen. Auch die Deutsche Bank und Bank of America steigen aus einem Teil ihrer Rohstoff-Aktivitäten aus, während JPMorgan und Morgan Stanley Sparten verkaufen.

Jene, für die Rohstoffe das Kerngeschäft darstellen, bedauern die Entwicklung. „Das scheint die Richtung zu sein, wo alle hingehen”, sagte etwa Douglas Hepworth, Vizevorstand von Gresham Investment Management in New York. Er kümmert sich um etwa 15 Milliarden Dollar an Rohstoffen und hat seit mindestens einem Jahrzehnt die Abwicklung, Handel und Analysen von Barclays genutzt. „Sie haben sehr gute Analysen geliefert, und wir hoffen, dass sie das weitermachen werden.”

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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