Private Währungswetten
„Risikoaffinität gehört bei Devisenhändlern dazu“

Private Währungswetten vergleichen Anlegerschützer häufig mit Zockerei oder Spielkasinos. Doch die Branche wehrt sich gegen ihren schlechten Ruf, so auch Arkadius Materla, Deutschland-Chef der britischen Handelsplattform GKFX.

Frankfurt am MainBis zur Jahrtausendwende war der Devisenhandel den Profis vorbehalten. Der Handel mit Währungen war zu komplex und zu schnelllebig für private Anleger. Doch mit dem Internet kamen Online-Broker auf den Markt. Informationen über die Kurse und die Plattformen standen nun jedermann offen. Das zog auch so manchen Hobby-Spekulanten an. Studien belegen, dass die meisten Anleger Geld verlieren.

Herr Materla, Devisen gelten für Privatanleger als hochspekulative Geldanlage. Mit Differenzkontrakten oder Optionsscheinen können sie ihren Gewinn leicht mit einem Faktor von 100 multiplizieren. Gleiches gilt aber auch für die Verluste. Ist das nicht gefährlich?
Unsere Kunden sind sich der Risiken, die der Devisenhandel mit sich bringt, durchaus bewusst. Wir verschweigen diese auch nicht. Im Gegenteil: Wir warnen ausdrücklich davor. Aber eine gewisse Risikoaffinität gehört bei den Devisenhändlern sicherlich dazu.

Wer sind denn die typischen Devisenspekulanten?
Aufgrund der immer größer werdenden Gruppe der privaten Devisenanleger lässt sich das nicht mehr so einfach abgrenzen. Grundsätzlich gibt es in Deutschland etwa 45.000 aktive Devisentrader. Wir haben aktuell knapp 11.000 Kunden im deutschsprachigen Raum, die im Kern zwischen 25 und 40 Jahren alt sind, zu über 95 Prozent männlich sind und im Durchschnitt zwischen 4.000 und 5.000 Euro auf ihr Handelskonto einzahlen. Ab hier wird die Abgrenzung schwieriger. Es sind alle Berufsgruppen vertreten. Vom Studenten über den Arzt bis hin zum Banker. Manche praktizieren den Devisenhandel als Vollzeitjob und verbinden einen gewissen Lifestyle damit, andere wollen ihr Spekulationskapital einsetzen.

Seit Jahren warnen Studien und Verbraucherschützer, dass der Großteil der Anleger sein Geld verliert. Profitieren am Ende nur Broker wie Sie?
Das kann man so nicht sagen. Natürlich ist es unser Ziel als Unternehmen, Gewinne zu erwirtschaften. Das ist bei Unternehmen wie Daimler auch nicht anders. Wir sind ein Service-Anbieter und stellen die notwendige Technologie, die Produkte und somit die Handelsumgebung für unsere Kunden zur Verfügung. Wir verdienen dann, wenn Kunden aktiv handeln. Das ist unser Geschäftsmodell. Es liegt auch nicht in unserer Hand, einzelne Anleger vom Handel auszuschließen. Auch bieten wir keine Beratungstätigkeit an. Das dürfen wir gar nicht. Den Handel übernimmt der Kunde in Eigenregie.

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„Jede Chance bedeutet auch ein entsprechendes Risiko“

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